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Schulen protestieren

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Die Schulsprecher verweisen darauf, dass viele Berufsschüler von weit her kommen und aufs Auto angewiesen sind.
Die Schulsprecher verweisen darauf, dass viele Berufsschüler von weit her kommen und aufs Auto angewiesen sind. © Claus Völker

Parkgebühren sorgen für Aufregung bei den drei Berufsschulen am Bürgerpark. Ein neues Bündnis wehrt sich weiter gegen die geplanten Parkgebühren.

Ein Bündnis „Schulen am Bürgerpark“ will sich für die Belange der drei Berufsschulen Behaimschule, Listschule und Merckschule sowie der Bertolt-Brecht-Schule einsetzen. Hintergrund des neuen Zusammenschlusses ist zum einen die von der Stadt auch für die Fläche am Bürgerpark angedachte Parkraumbewirtschaftung und damit verbundene Gebühren. Zum anderen geht es dem Bündnis darum, sich für den Standort und insbesondere dessen bauliche Sanierung einzusetzen.

In einer Presseerklärung erläutern Ronja Jochim, Schulsprecherin der Martin-Behaim-Schule, und Christopher Kunkel, Schulsprecher der Heinrich-Emanuel-Merck-Schule, viele Berufsschüler kämen aus ganz Südhessen, manche auch aus Bayern. Aufgrund teilweise großer Entfernungen und wegen „schlechter Bus- und Bahnverbindungen“ seien diese aufs Auto angewiesen. „Auszubildende erhalten laut offizieller Rechnung durchschnittlich 600 Euro Gehalt, ein Monatsticket Parken kostet mindestens 30 Euro“, heißt es.

Baudezernentin widerspricht

Jochim und Kunkel schildern, Stadträtin Brigitte Lindscheid (Grüne) sei in dieser Angelegenheit bisher nicht gesprächsbereit – eine Darstellung, der die Baudezernentin widerspricht.

Lindscheid sagte gestern auf Anfrage, sie sei in ihrer Antwort auf ein Schreiben der Schülervertretungen (SV) der vier Schulen vom Oktober vergangenen Jahres auf die Parkraumbewirtschaftung des Mercksplatzes eingegangen und habe die Schüler gebeten, ihrerseits Vorschläge zur Situation am Bürgerpark zu machen.

Nach einem spontanen Besuch zweier SV-Vertreter in ihrem Büro habe sie einen Gesprächstermin in größerer Runde angeboten. Dieser sei kurz darauf für kommenden Donnerstag, 31. Januar, vereinbart worden. Entgegen der Bündnis-Darstellung könne keine Rede davon sein, dass sie „nur begrenzt“ Zeit für dieses Thema habe.

Anreise mit Bus und Bahn

Ungeachtet dieser atmosphärischen Störungen weist Lindscheid darauf hin, dass es noch keine Vorlage gebe, was das Parken in Zone 3 betreffe. Diese Klassifizierung gilt für den Platz am Berufsschulzentrum. Fest stehe lediglich, dass es kostenloses Parken auf derart großen Flächen künftig nicht mehr geben wird. Es sei aber auch klar, dass bestimmte Gruppen wie Schüler, Pendler oder Besucher des Nordbads bestimmte Tarife zahlen müssten. „Es geht dann darum, Zeiträume festzulegen“, sagt Lindscheid. Auch dazu diene die Arbeit des von der Stadt initiierten Parkbeirats.

Lindscheid ist der Auffassung, dass der Bürgerpark entgegen der Ansicht der Schülervertretungen gut vom öffentlichen Nahverkehr bedient werde: per Straßenbahn (Linien 4 und 5), Bus (Linie H) und Zug (mit Halt am Nordbahnhof).

Die grüne Stadträtin erinnert daran, dass die Parkraumbewirtschaftung im Mai 2010 von den Stadtverordneten beschlossen worden sei. Im Dezember 2010 sei dann auch dem Parkplatz am Nordbad/Berufsschulzentrum als infrage kommende gebührenpflichtige Fläche zugestimmt worden.

Das Bündnis „Schulen am Bürgerpark“ kritisiert, die Stadtregierung unterstütze die Beruflichen Schulen „in keiner Weise“. Das Gebäude an der Alsfelder Straße sei zudem „seit langem renovierungsbedürftig“, jede bisherige Regierung habe sich „vor diesem Thema versteckt“. (how.)

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