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Schule spricht mit Politikern

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ALS will Jahrgangsstufen behalten.

Elternschaft und Lehrerkollegium der Astrid-Lindgren-Sprachheilschule (ALS) fordern, die dortigen fünften und sechsten Klassen nicht zu streichen – anders als es der Entwurf des Schulentwicklungsplans bis 2018/19 vorsieht. Dies machten sie in einer Gesprächsrunde mit Kreispolitikern eindringlich deutlich. Weil weiterführende Sprachheilschulen erst ab Jahrgangsstufe sieben beginnen, müssten die Kinder in der Zwischenzeit an inklusivem Unterricht in Regelschulen teilnehmen.

Inklusiver Unterricht vorgesehen

Dort aber „gehen die Kinder unter“, sagte eine Mutter. Die stellvertretende Elternbeiratsvorsitzende Heike Herbert nannte das Beispiel eines Stotterers, der für einen Satz drei Minuten braucht. „Wie soll dieses Kind im normalen Unterricht zurechtkommen?“, fragte sie rhetorisch. Die ALS nimmt im bevorstehenden Schuljahr 60 Schüler auf, berichtete Schulleiter Günther Müller. Besonders stark frequentiert sei die Jahrgangsstufe fünf, die künftig wegfallen solle. Denn diese beiden Klassen bestünden zum Teil aus Quereinsteigern, die erst nach Misserfolgserlebnissen an der Regelschule an die ALS gewechselt seien.

Matthias Thurn (SPD) verwies auf die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen (UN), die ein Recht auf inklusive Bildung festlegt. Am Ziel, gemeinsames Lernen zu ermöglichen, halte die SPD-Fraktion deshalb fest, so Thurn. Der Sozialdemokrat räumte aber ein, dass der Abbau der Jahrgangsstufen bis 2018/19 ein sehr ambitionierter Zeitplan sei.

Günter Schork (CDU) kündigte an, seine Fraktion im Kreistag werde beantragen, die fünften und sechsten Klassen der Lindgren-Schule zu belassen. Eine Umstellung aufs inklusive System gehe nicht von jetzt auf gleich, wirft Schork den – so wörtlich – „Inklusions-Fetischisten“ vor. Der Landtagsabgeordnete forderte, nicht aus ideologischen Gründen das funktionierende System der Förderschulen aufzugeben. (dirk)

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