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Ganze Klassen sollen aufgelöst werden - so will es das Kultusministerium.
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Ganze Klassen sollen aufgelöst werden - so will es das Kultusministerium.

Darmstadt/Frankfurt

Schule in der Pandemie: Eltern kämpfen gegen Klassenvergrößerung

  • Claudia Kabel
    VonClaudia Kabel
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In Frankfurt und Darmstadt sollen Grundschulklassen aufgelöst werden, weil Jahrgänge knapp die notwendige Schülerzahl unterschreiten. In der Pandemie wird das zum Aufregerthema.

Nach mehr als 14 Monaten mit Homeschooling, Wechsel- und Distanzunterricht haben zum neuen Schuljahr einige Klassen mit einem neuen Problem zu kämpfen: Weil mancherorts Schülerzahlen geringfügig gesunken sind, sollen Grundschulklassen zusammen gelegt werden – zum Beispiel an der Schillerschule in Darmstadt und an der Comeniusschule in Frankfurt.

Die betroffenen Kinder und Eltern reagierten mit Trauer und Unverständnis: „Eine Reduktion von vier auf drei Klassen wäre ein ungeheuerlicher Eingriff, der sinnlos Zeit und Vertrauen kostet“, schreibt der Elternbeirat der Comeniusschule an das staatliche Schulamt, an Frankfurts Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) und Kultusminister Alexander Lorz (CDU). Zudem hätten Hygiene- und Abstandsregelungen weiter höchste Priorität. „Wer jetzt an eine Zusammenlegung und damit faktische Vergrößerung von Klassen denkt, hat den Ernst der Lage verkannt.“ Die Kinder zeigten bereits Verhaltensweisen wie Rückzug, Unruhe, Resignation, Traurigkeit und Lernunlust. „Sie brauchen gerade jetzt umso mehr Kontinuität, um das verlorene Jahr aufzuholen.“

Auch aus Darmstadt haben sich die Elternbeiräte an das Kultusministerium gewandt. Weil statt 101 nur noch 97 Kinder in Jahrgang zwei seien, soll eine Klasse mit 21 Kindern auf die anderen verteilt werden, berichtet Elternbeirat Felix Heinemann der FR. Aktuell gebe es fünf Klassen mit durchschnittlich 20 Schüler:innen. Nachdem einige Kinder weggezogen sind, würden in beiden Schulen zum nächsten Schuljahr jeweils zwei Kinder pro Jahrgang fehlen, um die Rahmenbedingung zur Beibehaltung der bisherigen Klassen zu erfüllen.

Gegenaktionen

Am Donnerstag , 8. Juli, werden Eltern um 14 Uhr ein Protestbanner am Schulzaun der Comeniusschule in der Burgstraße 59 im Frankfurter Nordend aufhängen, das von den betroffenen Kindern gestaltet wurde. Sie wollen damit die Problematik öffentlich machen.

Online-Petitionen aus Frankfurt und Darmstadt gibt es unter:

https://www.openpetition.de/petition/online/protest-gegen-eine-klassenzusammenlegung-in-pandemie-zeiten

https://www.openpetition.de/petition/online/grundschulkinder-in-der-pandemie-schuetzen-bildung-und-bindung-foerdern-anstatt-klassen-aufteilen

Beide Schulen haben Online-Petitionen gestartet und bereits hunderte Unterstützer. Am Donnerstag soll außerdem eine Demo gegen die Pläne stattfinden.

Das Kultusministerium begründete die Aufteilung auf Anfrage der FR damit, dass „die Zusammenlegung von Klassen ein normaler Vorgang“ sei, wenn der Klassenteiler von 25 unterschritten werde. „Aufgrund der Fairness gegenüber anderen Schulen können dazu auch keine Einzelfalllösungen gefunden werden.“ Als Kompromiss habe man angeboten, die Hauptfächer Mathematik und Deutsch im bekannten Klassenverband zu unterrichten. Dies sei von den Eltern abgelehnt worden, so ein Ministeriumssprecher.

Die SPD im hessischen Landtag hatte im Oktober einen Antrag auf Verzicht von Klassenzusammenlegungen in der Pandemie gestellt, der jedoch abgelehnt wurde. Nun hat die Fraktion einen dringlichen Berichtsantrag zur Vermeidung von Klassenzusammenlegungen gestellt, der am Mittwochabend im Ausschuss behandelt werden sollte.

Die SPD will unter anderem wissen, wie viele Klassen betroffen sind, und wie die schwarz-grüne Landesregierung gedenkt, einen Bestandsschutz für Grundschulklassen zu gewährleisten, um eine bessere individuelle Förderung „gerade in den nächsten beiden Aufhol-Schuljahren“ zu ermöglichen.

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