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Oh, wie schön ist Panama

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Arbeitsplatz am heimischen Schreibtisch.
Arbeitsplatz am heimischen Schreibtisch. © Günther Jockel

Als Honorarkonsul wirbt Peter Mossack für das mittelamerikanische Land. alle zwei Jahre fährt er selbst nach Panama, um seinen Bruder und Freunde zu besuchen.

Erzhausen ist seit einigen Monaten ein bisschen exotischer. Peter Mossack wurde zum Honorarkonsul für Panama ernannt und die kleine Gemeinde im Landkreis Darmstadt-Dieburg damit diplomatischer Stützpunkt des mittelamerikanischen Landes. Auf dem Briefkasten steht neben Mossacks Namen: Honorarkonsul der Republik Panama für die Länder Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Baden-Württemberg.

„Meine Familie ist, als ich sechs Jahre alt war, nach Panama ausgewandert“, erklärt Peter Mossack die Verbindung. Seine gesamte Schulzeit hat er in Übersee verbracht, erst zum Studium ging er nach England. Der Beruf verschlug den promovierten Physiker dann ins Rhein-Main-Gebiet, dort lernte er seine Frau kennen und zog mit ihr nach Erzhausen.

Kindheit in Übersee

Zu Panama blieb ein enger Kontakt bestehen. Vor allem durch den Bruder, der im Land geblieben ist, eine Anwaltskanzlei hat und „gut vernetzt ist“, wie Mossack sagt. Ricardo Martinelli, der im Mai 2009 zum Präsidenten gewählt wurde, wollte die Beziehungen Panamas zu Deutschland intensivieren. Ihm fiel auf, dass das Rhein-Main-Gebiet aus panamaischer Sicht ein weißer Fleck ist. Also wurde jemand gesucht, der das Land kennt und hier lebt: Peter Mossack. „Im Rhein-Main-Gebiet klaffte eine Lücke“, sagt er.

Die Arbeit des Honorarkonsuls erledigt er ehrenamtlich. „Honorar hat nichts mit Geld zu tun, sondern kommt vom lateinischen honor, der Ehre.“ Und für ihn sei es eine große Ehre, Panama zu vertreten, wie er sagt. Eine Jahr hatte er Zeit, sich auf sein Amt vorzubereiten, hat viel gelesen und im Internet recherchiert. Seit Herbst ist er formal im Amt.

Das Auswärtige Amt hat Mossack offiziell anerkannt, einen Einsatz hatte er schon. „Eine Frau aus Panama wollte nach Russland und hatte einen Zwischenstopp in Frankfurt. Hier wollte man sie nicht weiterlassen, weil angeblich ein Visum fehlte.“ Der Honorarkonsul eilte zum Flughafen, klärte die Angelegenheit, die Frau konnte weiterfliegen.

Ehrenamtlich netzwerken

„Die deutschen Behörden sind angewiesen, mir Beihilfe zu leisten“, erklärt er. Panamaischen Staatsangehörigen zu helfen, die in Deutschland Unterstützung brauchen, ist eine Aufgabe von ihm. Eine weitere, die wirtschaftlichen Beziehungen zu intensivieren. „Das ist Networking“, erklärt er. Für ihn kein Problem, ist er doch als Berater in der Softwareentwicklung selbst gut vernetzt.

Etwa alle zwei Jahre fährt Mossack nach Panama, um Bruder und Freunde zu besuchen. „In dem Land steckt unglaublich viel Potenzial. Panama Stadt sieht aus wie Klein-New York. Es ist ein reiches Land, da es durch den Kanal eine gute Einnahmequelle hat. Die Kriminalitätsrate ist sehr niedrig“, schwärmt er. Der US-Dollar ist dort eine legale Währung, denn in der Landeswährung gibt es nur Münzen.

Das Amt des Honorarkonsuls ist zeitlich nicht begrenzt. Das ist gut, denn Mossack hat viel vor: „Ich möchte etwas bewirken und helfen, die Beziehungen enger zu gestalten.“ ( ers)

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