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So schön wie nie

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Kollektives Abendbrot beim Eröffnungskonzert.
Kollektives Abendbrot beim Eröffnungskonzert. © Claus Völker

Bei der 200-Jahr-Feier der Rosenhöhe genießen schon am ersten Abend 2500 Besucher Picknick und Konzert. Der Förderkreis wirbt neue Mitglieder.

Eine sommerlich-heitere Stimmung liegt das gesamte Wochenende über der Rosenhöhe. Mit Sonnenhüten und in luftiger Kleidung flanieren die Besucher über die Obstbaumwiese zwischen Rosarium und Oberfeld, wo sie Info- und Verkaufsstände sich abwechseln. Bunte Tücher flattern im Wind, in den Vitrinen glänzt Schmuck, und in den Stühlen der Gartenmöbel-Aussteller wird ausgiebig Probe gesessen.

Auf der Bühne am Spanischen Turm spielen der Musikzug Darmstadt und Kinder der Akademie für Tonkunst, es gibt Theateraufführungen, Gesang, Tanz und geführte Spaziergänge durch den Park. "Eine wunderschöne Atmosphäre", sagt Ulrich Metz aus Bensheim, der Massage-Roller verkauft.

Die 200-Jahr-Feier im Landschaftsgarten wird nicht von Essens- und Getränkeständen dominiert, sondern von einer losen Reihe von Ständen der Stadt, des Forsts und des Botanischen Gartens.

Viele Info- und Verkaufsstände

Beim Darmstadt Marketing verteilt Vera Freund nicht nur Luftballons und Gummibärchen, sondern vor allem Prospekte über Führungen. Auch der Förderkreis Rosenhöhe ist natürlich präsent, der seit 15 Jahren einen großen Beitrag für die Aufwertung des Parks leistet. "Wir haben sogar schon Mitglieder geworben", sagt Dieter Dierolf zufrieden.

Ein Ehepaar, das nun auch mitmachen und den historischen Park unterstützen will, ist nach eigenem Bekunden viel zu selten auf der Rosenhöhe. Das soll sich ab sofort ändern, so der Vorsatz: "Wir sind schon den dritten Tag in Folge da." Großartig sei vor allem das Eröffnungskonzert gewesen, bei dem - ein Novum in Darmstadt - auch gepicknickt werden durfte.

Rund 2500 Menschen sind am Freitag auf die Wiese vor dem Spanischen Turm gepilgert, wo zum Fest ein Orchesterzelt aufgebaut ist, in dem die Philharmonie Merck ein Freiluftkonzert gibt.

"Ein Abend, wie er perfekter nicht sein kann", bringt es eine junge Besucherin auf den Punkt, nachdem sie mit Familie und Freunden Decken ausgebreitet, Gläser, Flaschen, Teller, Baguette und Käse auf einem Tischtuch arrangiert hat. Die Temperaturen sind sommerlich, es weht ein Lüftchen und auf der Bühne spielen sich die Musiker ein.

Alle Altersklassen sind vertreten, alle Gruppengrößen vom Dutzend bis zum Pärchen. Dankbar nehmen die Darmstädter das Angebot des Konzerts mit Picknick an, wie es in anderen Parks - etwa dem Hyde Park in London oder den Potsdamer Gärten in Berlin - üblich ist.

In der Pause ist am Sektstand nach kürzester Zeit kein Glas mehr zu haben. "Ein voller Erfolg", urteilt Birgit Trost, ehrenamtliche Helferin bei der Philharmonie. "Schön, dass Sie da sind und schön, dass Sie so ein Wetter mitgebracht haben", wandte sich zu Beginn des Konzerts Dirigent Wolfgang Heinzel an die Gäste, die schnell aufhören zu plaudern, als die ersten Töne von der Bühne klingen.

Wunsch nach mehr

Bei Jacques Offenbach und "La belle Hélène" geht langsam die Sonne hinter dem Zelt unter, die aufgeräumte Stimmung weicht einer wunderbaren Ruhe. Die ersten Picknickgäste liegen auf ihren Decken, die Augen geschlossen, andere lehnen an den kleinen Bäumen, das Weinglas in der Hand.

Renate Kruse ist mit Freundinnen aus Seeheim-Jugenheim auf die Rosenhöhe gekommen. Das muntere Quartett besucht häufig Konzerte der Philharmonie, so schön aber war es noch nie. "Traumhaft", lobt Christel Brümmer, die stilvoll Apfelwein aus einem silbernen Becher trinkt. "Eine ganz runde Sache," urteilen Heidi Engel und Karin Schindel, die die ungezwungene Atmosphäre genießen: "Das könnte es doch jedes Jahr mindestens einmal geben." (an)

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