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Nur in Groß-Umstadt steht bisher ein  Einsatzwagen.
Nur in Groß-Umstadt steht bisher ein Einsatzwagen. © Karl-Heinz Bärtl

Im Landkreis Darmstadt-Dieburg gibt es nur ein Notarzt-Einsatzfahrzeug - zu wenig, meinen Experten. Nun gibt es endlich eine Einigung über die Anschaffung eines zweiten Notarztfahrzeuges im Kreis.

An der Kreisklinik in Groß-Umstadt steht das einzige Notarzt-Einsatzfahrzeug (NEF) im Landkreis Darmstadt-Dieburg. Das reicht kaum aus, es muss nur ein zweiter paralleler Notfall eintreten, und schon kann nur noch Hilfe von außen angefordert werden. Das geschieht mehr als 500 Mal im Jahr sagt Markus Bazan, Bevollmächtigter der Rochus-Klinik in Dieburg. Von dem katholischen Krankenhaus geht deshalb die Initiative aus, ein zweites NEF im Kreis zu installieren.

"Wir wären dazu in kürzester Zeit bereit, die Notwendigkeit ist längst von der Fachabteilung des Kreises und sogar von den Krankenkassen anerkannt, und doch können wir nicht loslegen, um die Rettungszeiten zu verkürzen", sagt Bazan. Bis Hilfe aus Darmstadt, Seligenstadt oder anderen NEF-Standorten kommt, dauere es im Schnitt etwa 20 Minuten. "Aber es kommt auch vor, dass wir 30 Minuten auf den Notarzt warten müssen. Das ist ein Unding, könnte längst abgestellt sein. Aber immer wieder wird die Lösung verschoben", schildert ein Rettungssanitäter die Situation.

"Der Kreisausschuss entscheidet, ob und wo ein zweites NEF installiert wird", sagt Landrat Klaus Peter Schellhaas, der an der Spitze des Verwaltungsgremiums steht. Doch zuvor müsse der Ärztliche Leiter für den Rettungsdienst in Darmstadt und Darmstadt-Dieburg, Edgar Müller, seine Stellungnahme abgeben.

Dieburg oder Reinheim?

Dabei sei unstrittig, dass ein zweites Notarztfahrzeug erforderlich ist. Diskutiert wird aber noch über den Standort, zur Debatte stehen Dieburg und Reinheim. Da es sich um ein "richtungsweisendes Gesamtkonzept für den Landkreis" handele, so der Landrat, müssten alle Beteiligten einbezogen werden. "Dies war bedauerlicherweise zunächst bei der Ausarbeitung des Konzepts durch das Rochus nicht der Fall. Inzwischen haben sich die Kliniken in Dieburg und Groß-Umstadt auf eine Kooperation verständigt", so Schellhaas.

Dieburgs Klinikleiter Bazan hingegen verweist auf eine Angebotsabfrage verschiedener Anbieter durch den Landkreis im April 2009. Demnach sei das Angebot des Rochus - bei reiner fachärztlicher Besetzung durch Notärzte der Intensivstation - das günstigste. Deshalb gebe es auch das Ja der Kostenträger. Doch Ende April 2009 habe die Kreisklinik Groß-Umstadt interveniert, da sie die Zuständigkeit für die notärztliche Versorgung ausschließlich bei sich sehe.

Anfang Dezember gab es nun eine Gesprächsrunde zwischen Vertretern des Landkreises, der Kreiskliniken und dem Rochuskrankenhaus. Mit einen Kompromissvorschlag des Landrats scheinen nun alle zufrieden zu sein. Laut Bazan wird hierin als Standort für das NEF Dieburg bestätigt. Die Besetzung erfolgt im wöchentlichen Wechsel mit Notärzten aus der Kreisklinik und dem Rochuskrankenhaus. Das Fahrzeug stellt der Johanniter-Regionalverband Darmstadt-Dieburg.

Nach Auskunft des Landrats ist lediglich noch unklar, ab wann das zweite Fahrzeug im Einsatz sein soll. "Erst wenn durch den Rettungsdienstleiter abschließend eine Stellungnahme vorliegt, kann über einen Start gesprochen werden." Schellhaas bedauert das Gerangel um den zweiten Notarztwagen. "Eigentlich ist die Kooperation zwischen Rochus und Kreisklinik in der Notfallversorgung ein positives Signal." (piz)

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