1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Darmstadt

Schneller durch den Westen

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Zwischen Eifelring und Hilpertstraße soll eine neue Verbindung entstehen. Doch gegen die Westranderschließung regt sich erster Widerstand.

Im städtebaulichen Vertrag, den die Stadt Darmstadt vor etwa zehn Jahren mit Sireo, dem Projektentwickler der Telekom-City, abgeschlossen hat, wurde eine Straßennetzergänzung vereinbart. Denn es zeichnete sich schon damals ab, dass der Verkehr durch die in der Telekom-Siedlung entstandenen Arbeitsplätze stark zunehmen würde.

Zwischen dem von der Rheinstraße abzweigenden Eifelring und der Hilpertstraße soll nun eine rund 750 Meter lange, knapp 30 Meter breite zweistreifige Straße mit Geh- und Radwegen gebaut werden – vorbei an der früheren Kleiderfabrik Fink, alten Schießständen und Forstgelände.

Derzeit laufen die Vorplanungen für den ersten Teil der Westranderschließung, mit dem ein Eingriff in den Westwaldbestand verbunden ist. „Das wird keine Autobahn“, beruhigt Norbert Stoll von der Abteilung Verkehrsentwicklung des städtischen Straßenverkehrs- und Tiefbauamts. Er schätzt die Straßenbaukosten auf rund zwei Millionen Euro. Der Magistrat hat noch nicht entschieden, doch es gilt wegen des Vertrags als sicher, dass die Straße – eventuell 2012/13 – gebaut wird.

Erster Protest regt sich

Der Abschnitt Eifelring-Hilpertstraße soll später noch bis zur Eschollbrücker Straße weitergeführt werden. Die Weiterführung wird allerdings erst notwendig, wenn das Gelände der Kelley-Barracks als Gewerbegebiet erschlossen ist. Die Firma Döhler und das Autohaus Wiest haben schon Erweiterungsabsichten angemeldet. Das Gelände gehört derzeit noch der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben.

Doch es regt sich erster Protest: Der Kreisverband der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald befürchtet eine „unverantwortbare Beeinträchtigung“ des Stadtklimas und appelliert an alle Entscheidungsträger, das Vorhaben Westranderschließung endgültig aufzugeben und die Bannwaldausweisung im Westen Darmstadts zu vollziehen.

In der Resolution wird kritisiert, dass die Verbindung Eifelring-Eschollbrücker Straße „zu 100 Prozent durch den westlichen Schutzwaldgürtel Darmstadts“ geführt wird. Dieser wichtige Waldbereich sei bereits vorgeschädigt, und die für die Stadtbevölkerung notwendige Bodenschutz-, Klima- und Erholungsfunktionen seien schon jetzt beeinträchtigt. Die Schutzgemeinschaft hat für den Schutzwaldbereich westlich von Darmstadt mehrfach den Antrag gestellt, ihn zum Bannwald zu erklären.

Stoll weist darauf hin, dass es eine Umweltverträglichkeitsprüfung und einen landschaftspflegerischen Begleitplan geben wird. Für die geopferten Bäume würden Ausgleichsflächen ausgewiesen. „Infrastrukturmaßnahmen gehen vor Bannwald“, betont er. Netzergänzungen seien nötig. Wenn sich der Verkehr nur staue, sei das der Umwelt ja auch nicht zuträglich. (pyp)

Auch interessant

Kommentare