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Bisher gibt es in der Bleichstraße keinen Fahrradweg - die gelben Markierungen kündigen ihn aber an.
Bisher gibt es in der Bleichstraße keinen Fahrradweg - die gelben Markierungen kündigen ihn aber an. © Claus Völker

Für einen Ausbau des Radwegenetzes in Darmstadt stehen 1,3 Millionen Euro bereit. Das Sonderprogramm will an einigen ausgewählten Stellen ansetzen.

„Das Fahrrad ist das beste Verkehrsmittel zur Bewältigung der innerstädtischen Distanzen“, sagt Bau- und Verkehrsdezernentin Brigitte Lindscheid (Grüne). Um einige Lücken im Netz der Radwege zu schließen, nimmt Darmstadt bis Ende 2014 daher 1,3 Millionen Euro in die Hand.

Das Geld komme aus dem Sonderprogramm zur Sanierung des öffentlichen Raumes, bemerkte Lindscheid bei der Vorstellung der Vorhaben. Bei – statistisch – 1,8 Rädern pro Haushalt in der Republik könne die Nutzung der vorhandenen Räder „allerdings noch besser werden“. Dazu braucht es jedoch an vielen Stellen in der Stadt nicht nur ein einladend gestaltetes, sondern auch ein sicher und klar strukturiertes Radwegenetz.

Daran will das Sonderprogramm an einigen ausgewählten Stellen ansetzen. Zu den Vorhaben, die noch im laufenden Jahr umgesetzt werden sollen, gehören zwei Maßnahmen zwischen der Kreuzung Bleich-/Kasinostraße und Steubenplatz. Dort wird ein Radstreifen markiert und eine neue Signalsteuerung eingerichtet – wahrscheinlich sogar bis Ende kommender Woche.

Schwerpunkt Bleichstraße

Später kommt der gesamte westliche Abschnitt der Bleichstraße dran: Bis dato ist der Abschnitt zweispurig für den motorisierten Individualverkehr. Das wird sich ändern. Eine Autospur wird zurückgebaut, womit neben einer überbreiten Spur dann auch Raum sein wird für einen „Rad- und Schutzstreifen“ – so Norbert Stoll vom Straßenverkehrs- und Tiefbauamt.

Damit wird eines der brisanten Arbeitsfelder für Radwegebauer in Darmstadt angepackt: eine Verbindung vom Innenstadtstandort der Technischen Universität Richtung Hauptbahnhof und letztlich auch zu den neuen Studentenquartieren in der Rheinstraße und in der Berliner Allee. Stoll verwies auf die Mengenverhältnisse im Darmstädter Verkehrsaufkommen: 15 Prozent nutzen die Angebote von Bus und Bahn, ebenso viele das Rad, 25 Prozent seien zu Fuß unterwegs. Der Rest verteile sich auf diverse Anteile motorisierten Individualverkehrs.

Im kommenden Jahr sollen die Fahrradstraßenprojekte Wilhelminenstraße (bereits begonnen), Pankratiusstraße und Heinrich-Fuhr-Straße realisiert werden. Bei all diesen Projekten sind die Anschlüsse problematisch: Kaum hat sich der Radler an seine Vorrangposition im Verkehrsgeschehen gewöhnt, muss er sich wieder dem Verkehrsfluss unterordnen.

Laut Stoll braucht das östliche Ende der Heinrich-Fuhr-Straße daher „auch eine Neuordnung des gesamten Breslauer Platzes“. Für die nördliche Fortsetzung der Fahrradstraße in der Wilhelminenstraße ist ein Schwenk zur kleinen Zimmerstraße vorgesehen und die Fortführung über die Grafenstraße. Auch für die Fußgänger- und Fahrradbrücke über die Rheinstraße in Höhe der Telekom-Allee sieht Stoll Realisierungschancen bis Ende 2014.

Ein einfaches Mittel für verbesserte Radwegeverbindungen ist die Öffnung von Einbahnstraßen für den Zweiradverkehr. Dies ist vorgesehen für die Schloßstraße, die Löffler-, die Gute-Garten- sowie die Wittmanstraße. Künftige Planungen, etwa für eine Neuordnung der Verkehrsflächen in der Heidelberger Straße zwischen Hermann- und Rüdesheimer Straße, sollen zwar ebenfalls Ende 2014 abgeschlossen sein – eine Spurenreduzierung fürs Auto und die Einrichtung von beidseitigen und durchgängigen Radstreifen bedarf jedoch noch weiterer Datenerhebung und Planung.

Das Straßenverkehrs- und Tiefbauamt arbeitet zurzeit an 22 Radverkehrsprojekten. Viele sind Teil einer Grundsanierung von Straßenzügen, etwa innerhalb der Verbindung Bismarckstraße, Willy-Brandt-Platz und Frankfurter Straße oder in der Nieder-Ramstädter Straße im Abschnitt südlich der Jahnstraße. phg

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