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Schmuddelfilmer am Bahnhof

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In einer Halle in Babenhausen sollen Pornofilme gedreht werden.
In einer Halle in Babenhausen sollen Pornofilme gedreht werden. © REUTERS

Die Gerüchteküche brodelt. Pornofilme der härteren Art sollen in einer Lagerhalle der Bundesbahn gedreht werden. Das sagen die Grünen. Die Bahn hat den Mieter der Halle eine Frist gesetzt, sich zu äußern.

Die alte Bahnmeisterei in Babenhausen, von außen ein heruntergekommenes Backsteinhaus, ist Anlass für Aufregung in der Stadt. Die Grünen haben – alarmiert durch Gerüchte, dass es ein Wiederaufleben der Prostitution am Bahnhof gebe – herausgefunden, dass dort offenbar Schmuddelfilme der härteren Sorte gedreht werden – zum Teil mit mehreren Akteuren und für extreme Neigungen. Das an sich wäre nichts Illegales, aber offiziell ist das Gebäude von der Bahn als Lagerraum vermietet, wie Sprecher Hartmut Lange auf Nachfrage erklärt. Von den Aktivitäten, die auf diversen Internetseiten beworben werden, wussten weder Stadt noch Bahn.

Die Bahn reagierte und bat den Mieter um eine Stellungnahme, da eine solche Nutzung nicht vertragsgemäß sei. Bis gestern war keine Antwort eingegangen. Die Frist läuft in einigen Tagen ab. Im Extremfall könnte dies die Kündigung für die Produzenten bedeuten, die verschiedene Websites und Firmennamen benutzen.

Auf einer dieser Seiten ist zu lesen, dass das Gebäude als „Foto/Video Location“ aber auch als „Party Location“ genutzt werden kann. „Es stehen verschiedene Sets und Studios zur Verfügung“, heißt es dort. Was gefilmt werden kann, steht in einer Checkliste, die einige extreme Neigungen umfasst. „Rollenspiele“, „Fetisch“, „Käfig/Verlies“ ist da zu lesen. Als Adresse für das „Pain-House“ (Schmerz-Haus) wird die Adresse der Bahnmeisterei in Babenhausen angegeben. Auf einer anderen Internetseite werden unter Verweis auf Babenhausen Frauen, Männer und Paare für „Erotik-Projekte“ gesucht.

Bisher keine Beschwerden der Nachbarn

Laut Bürgermeisterin Gabi Coutandin (SPD) hat es aber noch keine Beschwerden aus der Nachbarschaft des Bahnhofsumfelds gegeben. „In seinen Räumen kann jeder machen, was er will“, sagt sie – solange die Öffentlichkeit nicht beeinträchtigt werde. „Natürlich brauchen wir solche Sachen nicht am Bahnhof“, sagt Coutandin, „aber uns sind die Hände gebunden, was wir tun konnten, haben wir getan.“ Sie fürchtet, dass nun unfreiwillig Werbung für die dortigen Umtriebe gemacht wird.

Die Grünen sehen die Bahntochter DB Immobilien als Vermieterin in der Pflicht, die es „nicht weiter zulassen dürfe, dass der Bahnhof weiter herunterkommt und verfällt“. (bach)

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