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Schloss-Sanierung verzögert sich

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Der Glockenbau ist fertig saniert, der Schlosshof – im Bild TU-Kanzler Manfred Efinger – ist noch Großbaustelle.
Der Glockenbau ist fertig saniert, der Schlosshof – im Bild TU-Kanzler Manfred Efinger – ist noch Großbaustelle. © André Hirtz

Die Schloss-Sanierung schreitet voran, das Budget wird eingehalten. Allerdings werden die Bauarbeiten vier Jahre länger dauern als geplant.

Die guten Nachrichten zuerst: Die Schloss-Sanierung schreitet voran, das Budget – immerhin 44,4 Millionen Euro – wird eingehalten. „Allerdings werden wir nicht wie geplant Ende 2016, sondern erst 2020 mit den Bauarbeiten fertig sein“, sagt Professor Manfred Efinger. Als Grund gibt der Kanzler der Technischen Universität an, dass der Generalunternehmer „nicht besonders realistisch“ geplant habe.

Um nicht noch weitere Verzögerungen zu riskieren, habe man nun die Reißleine gezogen, sagt Efinger. Zwar werde die TU weiterhin mit dem Generalplaner zusammenarbeiten, dies aber unter „anderen organisatorischen Bedingungen“ und in engerer Abstimmung mit dem Baumanagement der Universität.

Die zweite Nachricht, die manch ein Darmstädter mit Wehmut aufnehmen wird: Der Kellerklub im Schloss, der in den Fünfziger- und Sechzigerjahren die Bohème beherbergt hat, wird wohl nicht wieder eröffnen. Efinger begründet diesen Schritt mit Differenzen bei der Miete. Da sei man weit auseinander. „Wir reden über das Dreifache.“ Vor sechs Wochen habe er ein letztes Angebot an die Pächter geschickt. „Es sieht aber nicht danach aus, dass wir uns einigen werden.“

Allerdings gibt es noch jede Menge gute Nachrichten: Abgeschlossen ist die Gründungsinstandsetzung am Gesamtschloss, die Sanierung des Wallhauses, der Wallbrücke, der Osthälfte des Schlossgrabens und des Glockenbaus. Das Schlossmuseum soll im September öffnen.

Darmstädter Bürger spenden großzügig

In den Herrenbau ist im Februar das Deutsche Polen-Institut eingezogen. Fertiggestellt sind auch Weißer-Saal-Bau, Prinz-Christian-Bau und Kaisersaalbau. Hier wurde die komplette Haustechnik erneuert. Dort werden noch Restarbeiten an der Außenhülle und den Innenräumen erledigt. Der Schlosskeller ist ebenfalls saniert und wird seit März wieder genutzt. Abgeschlossen sind die Natursteinarbeiten am Herrenbau und Teepavillon im Norden. „Das ist sehr schön geworden“, schwärmt Efinger.

Derzeit wird noch am Schlossmuseum in Verbindung zum Kirchenbau gearbeitet, außerdem an der Wallanlage, der Nord- und Südbastion. Dort werden die historischen Anlagen wiederhergestellt und im Herbst noch Bäume gepflanzt. In diesem Jahr wird auch noch der westliche Teil des Grabens wiederhergestellt. Durch Spender stünden bereits 90 Prozent der erforderlichen Summe bereit, freut sich Mareile Vogler von der Universitätsförderung. Insgesamt hätten Spender nun schon 232000 Euro für „ihren“ Schlossgraben aufgebracht.

Ein Großprojekt steht noch an: der Ausbau der Bibliothek für den Fachbereich Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften im De-La-Fosse-Bau. Dafür hat die TU einen Zuschuss von 3,4 Millionen Euro aus Landesmitteln bekommen, meldet Efinger. (an)

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