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Schlittschuhfahren in Roßdorf

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Die Eisfläche im Freizeitzentrum ist in den Ferien länger geöffnet. Auch viele Erwachsene stellen sich auf die Kuven. Schließlich ist es mit Eislaufen, wie mit dem Fahrradfahren.

Das Kratzen der Kufen ist schon von weitem zu hören. Freudiges Kinderjauchzen schwebt in der Luft, lange bevor die Eisbahn im Roßdörfer Freizeitzentrum Riedbachsaue zu sehen ist. Bei Temperaturen um die null Grad ist es endlich wieder soweit: Der Schlittschuhspaß mitten in Roßdorf hat begonnen.

Wen man an diesem Morgen auch fragt; ein Wort taucht irgendwann immer wieder auf: „Endlich.“ Denn die Roßdörfer Schlittschuhfans wurden in diesem Jahr auf eine harte Probe gestellt. Lange war es zu mild, um die Eisbahn im Freizeitzentrum Riedbachsaue zu öffnen, doch seit dem Silvestermorgen ist es soweit. Endlich wieder über die 40 mal 22,5 Meter lange Fläche gleiten. Endlich wieder den eiskalten Wind um die Nase spüren, die oft zwischen Schal, dicker Winterjacke und Sturzhelm rot hervorleuchtet. „Die letzten zwei Winter waren echte Ausnahmen“, erklärt Eismeister Frank Bickelhaupt.

Temperaturen zu mild

Es sei schon außergewöhnlich, wenn die Eisbahn an Weihnachten nicht geöffnet habe. „Eigentlich wollten wir schon Mitte Dezember eröffnen.“ Denn spätestens in der Adventszeit kribbelt es zunehmend in den Füßen der Kufenartisten. Weihnachten und „zwischen den Jahren“ seien die stärksten Tage, meint Bickelhaupt, der sichtlich froh ist, dass die Temperaturen nun so stark gefallen sind, dass es auch ökologisch zu vertreten ist, die vier Zentimeter dicke Eisschicht auf die Eisbahn aufzubringen.

Anfangs würden ein paar Tage im Minus-Bereich benötigt, dann sei es einfacher, die Bahn auch bei leichten Plusgraden zu erhalten. Immerhin gibt es eine aktive Kühlung unter jener Bahn, die seit fast 30 Jahren zur festen Adresse der ortsansässigen Eisläufer geworden ist. „Hier kommen vor allem die Zehn- bis Fünfzehnjährigen und Familien her“, sagt Bickelhaupt. Er weiß, dass das Angebot in Roßdorf nicht unbedingt mit Eisbahnen wie in Darmstadt konkurrieren kann, wo neben der Schlittschuhfläche auch noch Musik das Adrenalin der Läufer nach oben katapultiert.

Kaum schwere Stürze

Doch in Roßdorf zählt die Entspannung beim Freizeitvergnügen. Anna (10), Tessa (6), der vierjährige Simon, genauso wie Marc (12) und Paul (11): Sie alle sind mit Begeisterung auf dem Eis. „Da ist man so frei, wenn man schnell fährt“, sagt Anna, die froh ist, dass ihr bisher noch nichts auf dem Eis passiert ist. Auf einen Helm will sie trotzdem nicht verzichten.

„Kinder fallen glücklicherweise nicht aus so großer Höhe“, sagt Bickelhaupt und erklärt, dass darin die größte Gefahr für schwere Stürze und Knochenbrüche bei den Erwachsenen liege. „Am schlimmsten sind die, die glauben, sie könnten es nach 40 Jahren mal wieder probieren und sicher sind, dass sie es immer noch gut können.“

Zwar sei Schlittschuhlaufen durchaus ein bisschen wie Radfahren: Man verlerne es eigentlich nie. An Selbstüberschätzung mangele es dann aber doch bei dem ein oder anderen Erwachsenen nicht. „Schwere Verletzungen sind aber glücklicherweise selten.“ (eda)

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