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Schlagloch an Schlagloch

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Der Frost hat Spuren hinterlassen.
Der Frost hat Spuren hinterlassen. © Karl-Heinz Bärtl

Der strenge Winter setzt den Straßen zu und wird für Gemeinden teuer.

Das Tauwetter bringt sie zum Vorschein: die Schlaglöcher in den Straßen des Landkreises. Genaue Zahlen liegen den Kommunen sowie dem Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV), das für Kreis-, Landes- und Bundesstraßen zuständig ist, noch nicht vor. Den Prognosen zufolge verursachen die Schäden, die der Frost hinterlassen hat, aber erhebliche Ausgaben. Hinzu kommen die Kosten für den Winterdienst, die in diesem Jahr um einiges höher ausfallen als üblich.

"Die Frostschäden werden ein erhebliches Loch in unseren Etat reißen", sagt der Reinheimer Bürgermeister Karl Hartmann (SPD). "Einen genauen Überblick haben wir noch nicht, aber was wir sehen, ist erschreckend." Die Stadt habe aber keine Wahl, weil sie für ihre Straßen der sogenannten Verkehrssicherungspflicht nachkommen muss. "Schäden, die die Verkehrssicherheit gefährden, müssen wir beheben", sagt Hartmann.

Die Mitarbeiter des Reinheimer Bauhofs haben im Januar 974 Überstunden im Winter- und Räumdienst geleistet. Im Januar 2009 waren es nur 285. Üblicherweise wird die Überzeit abgefeiert. "Aber bei dieser Menge könnte das zu Engpässen im Bauhof führen", sagt Hartmann. Also überlegt die Stadt, die Überstunden auszubezahlen.

Das Schlimmste kommt noch

Über das Problem macht sich auch Roßdorf Gedanken. 1600 Stunden Winterdienst haben die Bauhof-Mitarbeiter im Januar geleistet. "Im vergangenen Jahr war es nicht einmal die Hälfte", sagt Bauamtsleiter Josef Trägner. Der Zustand der Straßen sei katastrophal. "Überall tun sich riesige Löcher auf. Aber das Schlimmste kommt ja erst noch", befürchtet Trägner. Der Boden sei etwa noch bis zu einem halben Meter gefroren. Taut er auf, vergrößern sich auch die Risse und Löcher in den Straßen nochmal.

Auch der Weiterstädter Bürgermeister Peter Rohrbach rechnet mit "immensen Schäden" auf den Straßen in Weiterstadt. Kernstadt und Stadtteile durchziehen insgesamt rund 130 Kilometer Straßen. Im Schnitt sind im Weiterstädter Haushalt rund 250 000 Euro pro Jahr für die Unterhaltung der städtischen Straßen eingeplant, auch diesmal. Doch Rohrbach schätzt: "Wir werden durch den kräftigen Winter wohl mindestens zehn bis 20 Prozent über dem Ansatz liegen."

"Die Schadensbilder, die wir derzeit erkennen können, lassen uns erwarten, dass es bis zu 25 Prozent mehr ist als in nicht so strengen Wintern", sagt der Babenhäuser Bauamtsleiter Heinrich Grimm. "Das reißt ein Loch in die Kasse." Auch für den Winterdienst seien "erhebliche Überstunden angefallen". An Salz und Splitt hat die Stadt bislang etwa 100 Tonnen verbraucht. In durchschnittlichen Wintern sind es etwa 15 bis 20 Tonnen.

"Hier und da gibt es natürlich mehr Probleme als in einem milden Winter", sagt Fred Nerschbach, Leiter des Amts für Straßen- und Verkehrswesen, "unser Netz ist aber insgesamt noch gut in Ordnung." Auf den Kreis-, Bundes- und Landesstraßen sei in den zurückliegenden Jahren viel für den Erhalt getan worden, auch durch das Konjunkturpaket von Bund und Land. Für eine Schadensprognose sei es noch zu früh. "Wenn jetzt nochmal Frost kommt, wird es ja noch schlimmer", sagt Nerschbach. Eine Bestandsaufnahme wird es Ende März/Anfang April geben. Aufgefüllt würden die Löcher zum Teil über Nacht. Die Prioritäten liegen dabei auf den Autobahnen. So gebe es auf der A 67 Richtung Lorsch derzeit "erhebliche Ausbrüche". Deshalb ist derzeit dort nur Tempo 100 erlaubt. (bach/pia/eda)

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