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Die Polizei sperrte am Abend des 7. Mai 2020 den Bereich um die Tatorte auf der Parkstraße unweit des Kranichsteiner Bahnhofs ab.
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Die Polizei sperrte am Abend des 7. Mai 2020 den Bereich um die Tatorte auf der Parkstraße unweit des Kranichsteiner Bahnhofs ab.

Darmstadt

Lange Haftstrafen nach Schüssen und Schlägen in Darmstadt-Kranichstein

  • Jens Joachim
    VonJens Joachim
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Das Landgericht Darmstadt verkündet im Prozess um eine Familienfehde, die am 7. Mai 2020 im Darmstädter Stadtteil Kranichstein blutig eskaliert war, die Urteile. Ein 57 Jahre alter Mann, zwei seiner mitangeklagten Söhne und seine Tochter müssen wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung mehrere Jahre ins Gefängnis.

Wegen versuchten Totschlags ist ein 57 Jahre alter Mann vom Landgericht Darmstadt wegen versuchten Totschlags in zwei Fällen und gefährlicher Körperverletzung zu neun Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Der Familienvater hatte im Mai vorigen Jahres im Darmstädter Stadtteil Kranichstein zwei Männer auf offener Straße niedergeschossen.

Mehrjährige Haftstrafen wegen gefährlicher Körperverletzung

Die 28 und 25 Jahre alten Söhne des Mannes und seine 38 Jahre alte Tochter wurden wegen gefährlicher Körperverletzungen in vier Fällen zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Der älteste Sohn des Schützen muss vier Jahre und drei Monate hinter Gitter, der jüngere drei Jahre und drei Monate und die Tochter zwei Jahre und neun Monate.

Die Angeklagten müssen zusätzlich insgesamt 80 000 Euro Schmerzensgeld an die Opfer zahlen. Die Urteile sind allerdings noch nicht rechtskräftig.

Darmstadt-Kranichstein: Schießerei auf offener Straße

Volker Wagner, der Vorsitzende Richter der elften Strafkammer, sprach von einem vergleichsweisen milden Urteil gegen den Familienvater. Staatsanwalt Ansgar Martinsohn hatte vor drei Wochen eine Haftstrafe von elf Jahren und zwei Monaten für den Mann gefordert.

Der Mann hatte zum Prozessauftakt Ende März in einem von seinem Anwalt verlesenen Text eingeräumt, mit einer Pistole Schüsse auf zwei männliche Mitglieder der Familie seines Schwiegersohns abgegeben zu haben.

Blutige Familienfehde eskaliert in Darmstadt-Kranichstein

Seine vier Kinder hatten bei der blutigen Familienfehde mit Metallstöcken und Eisenstangen auf die männlichen Mitglieder der anderen Familie eingeprügelt.

Durch die Schüsse waren zwei Männer zum Teil lebensbedrohlich verletzt worden. Einer der drei Söhne des Haupttäters hatte sich im vorigen Jahr in einer Haftanstalt das Leben genommen.

Darmstadt: Staatsanwalt fordert elf Jahre Haft für Haupttäter

Nachdem bereits vor drei Wochen der Vertreter der Staatsanwaltschaft, die Verteidiger der vier Angeklagten sowie der Anwalt der Nebenklage ihre Plädoyers gehalten hatten, bekamen die Angeklagten am Mittwoch abschließend die Gelegenheit, sich zum Verfahren zu äußern, bevor das Urteil verkündet wurde.

Unter Tränen sagte der Haupttäter, er bereue die Tat und „komme nicht damit klar“, was passiert sei. Auch seine drei Kinder sagten, es tue ihnen sehr leid.

Schießerei in Kranichstein: Anklage wegen versuchten Totschlags

Für den älteren der beiden Söhne hatte der Staatsanwalt eine Haftstrafe von sechs Jahren und drei Monaten, für den jüngeren drei Jahre und vier Monate und für die Tochter eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und zehn Monaten gefordert.

Die beiden Anwälte des Schützen hatten für eine siebenjährige Haftstrafe plädiert. Die Anwälte der Frau und des jüngsten Angeklagten forderten Freisprüche für ihre Mandanten. Der Anwalt des älteren der beiden angeklagten Söhne plädierte für eine Freiheitsstrafe von „nicht mehr als drei Jahren“.

Richter: Blutige Familienfehde am helllichten Tag war „völlig irre“

Richter Wagner sagte in seiner Urteilsbegründung, es sei „völlig irre“ gewesen, wie am 7. Mai vergangenen Jahres nur einige Hundert Meter vom Kranichsteiner Bahnhof entfernt die seit Jahren schwelende Fehde zwischen beiden miteinander verschiedentlich verwandten Familien eskaliert sei.

So habe sich die gewaltsame Auseinandersetzung am helllichten Tag vor den Augen der Kinder und Enkelkinder sowie den in den Vorgärten stehenden Nachbarn abgespielt. Der Richter appellierte eindringlich, dass die Gewalt ein Ende haben müsse: „Es muss mal Schluss sein und auch mit Blick auf die jüngste Generation einen Neuanfang geben“, sagte Wagner.

News-Ticker zu den Schüssen in Darmstadt-Kranichstein

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