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Im ersten Jahr schwammen 230.000 Menschen durch die Becken im Jugendstilbad.
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Im ersten Jahr schwammen 230.000 Menschen durch die Becken im Jugendstilbad.

Jugendstilbad

Schallschutz für die blaue Grotte

Das Jugendstilbad bleibt eine Woche für Revisionsarbeiten geschlossen. Große und kleine Mängel werden repariert, die Becken geputzt und eine viel beklagte Schwachstelle ausgebessert.

Von Astrid Ludwig

Mit einer Shampoo-Flasche in der Hand steht der Mann ratlos im Gang. "Die Duschen funktionieren nicht. Können Sie helfen?" Jörg Jansen, Betriebsleiter und gerade auf seinem täglichen Kontrollgang im Jugendstilbad unterwegs, eilt in Anzug und Krawatte in die Duschräume. Kein Wasser fließt aus dem Hahn, in einem Schwimmbad mit 800 bis 1200 Tagesgästen mehr als eine Panne. Jansen greift zum Handy, geht der Ursache nach und wird schnell fündig. Bei der routinemäßigen Spülung der Leitungen ist eine Sicherung rausgeflogen. Nach zehn Minuten und etlichen Anrufen ist alles wieder im Lot.

So schnell geht es nicht immer. Von Montag an wird das Jugendstilbad eine Woche lang Revisionsarbeiten vornehmen. Für 22 Millionen Euro hat die Stadt das historische Zentralbad aufwendig restaurieren lassen. Eröffnung war im Februar 2008. "Viele fragen sich, warum wir jetzt schon so lange für Reparaturarbeiten schließen. Das Haus ist sehr hochwertig und wir wollen diese Qualität halten", sagt Jansen. Vieles lasse sich während des Betriebs erledigen, aber eben nicht alles. Für Instandhaltungs- und Pflegearbeiten werde das Bad künftig jedes Jahr schließen, kündigt er an.

Vier Seiten lang ist die Liste, die Jansen erstellt hat. Leitungen müssen gereinigt, Filter gewechselt, Pumpen gewartet werden. Das Wasser aus neun Becken, unter anderem dem großen Herrenbad, muss herausgelassen und die Fliesen gereinigt werden. Die Beschilderung an den Umkleidekabinen und im Haus ist noch nicht optimal. Hier und da hängen eingeblisterte Papierblätter, die sind Jansen nicht "stilvoll" genug.

Teilweise sind es Kleinigkeiten, die der Kunde nur auf den zweiten Blick sieht, Jansen aber bereits stören. "Die historischen Umkleidekabinen aus Holz haben Wasserflecken und Farbe ist abgestoßen. Das muss regelmäßig gepflegt werden", sagt er und hat mit Argusaugen auch den Staub auf den Kugellampen entdeckt, der sich dort angesammelt hat.

Im historischen Badteil lässt Feuchtigkeit an manchen Stellen die Wandfarbe abblättern. Im Thermalbereich platzt Putz von den Wänden ab, Fliesen sind gesprungen. Übliche Abnutzungserscheinungen, aber Details, die den Gesamteindruck trüben. Der Badbetreiber "Aquapark Management" reagiert auf Anregungen und Kritik der Gäste. Es gibt einen Fragebogen, den Jansen das "Wohlfühlbarometer" nennt. Weil sich Kunden über die Lautstärke in der "Grotte", einem blau angestrahlten Becken mit Unterwassermusik, beschwert haben, wird die Decke mit Schall schluckenden Matten verkleidet. "Das ist baulich die aufwendigste Arbeit", so der Betriebsleiter. 12000 Euro kostet der Lärmschutz.

Weil es Kritik an der Behindertenfreundlichkeit gab, hat Jansen zusätzliche Klingeln an Türen und Übergängen montieren lassen. Wer sie betätigt, dem kommt das Personal des Bades zur Hilfe.

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