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Eine der neuen Messstationen ist an der Ecke Heinrichstraße und Hoffmannstraße in Darmstadt installiert worden.

Umwelt

Schadstoffe digital erfassen

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Die Telekom nutzt künftig in Darmstadt ihre Verteilerkästen auch als Sensorstationen.

Mit technischer Unterstützung der Deutschen Telekom wird in und um Darmstadt das Netz zur Messung der Luftqualität deutlich erweitert. Oberbürgermeister Jochen Partsch und Umweltdezernentin Barbara Akdeniz (beide Grüne) haben jetzt zusammen mit Unternehmensvertretern eine von zwölf neuen Messstellen vorgestellt, mit denen neben der Temperatur, der Luftfeuchtigkeit und dem Luftdruck mit Hilfe von Sensoren auch die Menge von Feinstaubpartikeln in der Luft sowie die Sauerstoff-, Stickstoffmonoxid- und Stickstoffdioxidkonzentration gemessen werden kann. Im Landkreis Darmstadt-Dieburg sollen zudem sechs weitere Sensorstationen etabliert werden. Die Telekom nutzt dabei ihre Verteilerkästen, um diese zu Sensormessstellen zu erweitern.

Das neue digitale Messnetz soll bis Ende des Jahres getestet werden. Es soll mittelfristig die bereits vorhandenen Messpunkte des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie ergänzen und die Zahl der Messdaten deutlich erhöhen. An den Messungen gab es in der Vergangenheit immer wieder Kritik, weil die amtliche Messstation an der Hügelstraße am Ende der Ausfahrt des Citytunnels die Schadstoffe misst. Wegen der anhaltenden Überschreitung der Grenzwerte werden in Darmstadt von Juni an zwei Straßen für ältere Benzin- und Dieselfahrzeuge gesperrt.

„Mit dem Messnetz der Telekom können wir an mehr Messpunkten und in Echtzeit die Luftqualität in Darmstadt überwachen und auf dieser Basis besser entscheiden, um die Stadt noch attraktiver und lebenswerter zu machen“, sagte OB Partsch.

Bei der Entwicklung des elektrochemischen Messsystems hat die Telekom mit dem Anwendungszentrum Drahtlose Sensorik vom Fraunhofer-Institut für integrierte Schaltungen zusammengearbeitet. Den Spezialisten ist es gelungen, die notwendige Infrastruktur von der Größe eines Containers auf eine kleine Säule zu reduzieren. Die Technik wird an den bestehenden Multifunktionsgehäusen der Telekom verbaut und vernetzt.

Nach Angaben der Telekom könnten bundesweit die derzeit rund 500 Luftmessstationen durch das Messnetz der Telekom um bis zu 90 000 Standorte erweitert werden. Damit die neue smarte Technologie das bisherige offizielle Messnetz ergänzen kann, ist der TÜV Rheinland bereits beauftragt worden, das Verfahren zu zertifizieren.

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