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Sauber in den Odenwald

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30.000 Darmstädter pendeln täglich zur Arbeit - manche von ihnen in den neuen Itinos.
30.000 Darmstädter pendeln täglich zur Arbeit - manche von ihnen in den neuen Itinos. © Claus Völker

Schneller und stärker als seine Konkurrenten war er schon länger. Nun ist er auch noch umweltfreundlicher: der Itino, der Triebwagen, der auf der Strecke der privaten Odenwaldbahn fährt.

Schneller und stärker als seine Konkurrenten war er schon länger. Nun ist er auch noch sauberer: der Itino, der Triebwagen, der seit 2005 auf der Strecke der privaten Odenwaldbahn fährt. Gestern wurde im Hauptbahnhof der jüngste Spross dieser Fahrzeugfamilie vorgestellt, der Itino Eco 4, von seinem Hersteller Bombardier auch Clean genannt, was für "Catalyst based Low Emission Application" steht. Zum Glück hat Bombardier dem Zug auf die Flanken geschrieben, was dies bedeutet: 20 Prozent leichterer Antrieb, 70 Prozent weniger Stickoxide, 83 Prozent weniger Partikelausstoß.

Die Bahn sei eins der umweltfreundlichsten Verkehrsmittel, betonte Klaus-Peter Güttler, Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) in seiner Rede an Gleis 12. Dies sowohl beim Energieverbrauch pro Personenkilometer wie auch beim Schadstoffausstoß. Doch gerade dieser Vorsprung reize dazu, ihn weiter auszubauen. Natürlich brauche es dazu Hersteller, die bereit sind, sich auf neue Technik einzulassen - und Bahnbetreiber, die mutig genug sind, sie anzuwenden. Die Entscheidung für den Itino war schon 2005 mutig, denn in Deutschland gab es von diesem Typ bis dahin nur einen Wagen, in Erfurt.

30 Prozent mehr Fahrgäste

Von den Konkurrenzmodellen Regio-Shuttle, Talent, Flirt und so fort waren hingegen schon Hunderte bestellt, im Bau oder gar ausgeliefert. Der RMV und seine Fahrzeugmanagementtochter Fahma entschieden sich jedoch für den Einzelgänger, weil er extrem spurtstark und mit Tempo 140 schnell genug ist, um auch im dichten Verkehr auf der Strecke nach Frankfurt mitzuschwimmen.

Betreiberin der Odenwaldbahn ist die Vias, eine Tochter der privaten Rurtalbahn in Düren und der Dänischen Staatsbahn. Sie setzt inzwischen 26 Itinos ein. Die ersten kosteten 3,2 Millionen Euro pro Stück, die letzten vier der Ökovariante 3,7 Millionen.

Dass die Odenwaldbahn den Namen seines Landkreises werbend bis nach Darmstadt trägt, freut den Erbacher Landrat Dietrich Kübler (ÜWG). Aber Darmstadts Verkehrsdezernent Dieter Wenzel (SPD) konnte kontern: Die Odenwaldbahn fährt zwar durch den Odenwald, aber eben von Darmstadt aus - seit 1871.

Die beiden Politiker bekräftigten gemeinsam, dass sich die Odenwaldbahn nach ihrer Privatisierung mit neuen Fahrzeugen und einer von Grund auf erneuerten Infrastruktur zu einer ungeahnten Erfolgsgeschichte entwickelt hat: mit einem "Fahrgastzuwachs deutlich über 30 Prozent", so Kübler. Die Investitionen seien für die Landkreise und Kommunen nicht leicht zu schultern gewesen, "aber es ist gut angelegtes Geld".

Wenzel nannte die Odenwaldbahn ein "Zeichen der interkommunellen Zusammenarbeit". Und bei 60 000 Arbeitnehmern, die täglich nach Darmstadt einpendeln, sowie 30 000 Darmstädtern, die täglich zur Arbeit anderswohin fahren, sei "jeder, der den Nahverkehr auf der Schiene nutzt, ein Gewinn für alle". (ers)

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