1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Darmstadt

Sanierung in zwei Versionen

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Der Abschnitt am Herrngarten ist komplett asphaltiert worden.
Der Abschnitt am Herrngarten ist komplett asphaltiert worden. © Roman Grösser

In der Frankfurter Straße werden die Pflastersteine nur teilweise durch Asphalt ersetzt.

Im Rahmen der regulären Instandhaltung“ arbeitet Heag-Mobilo nach eigenen Angaben derzeit an der Sanierung des Gleiskörpers in der Frankfurter Straße. Die fällt jedoch abschnittweise stark unterschiedlich aus.

„Wir waren voll der Hoffnung, weil wir dachten: Endlich kriegen wir den lauten Pflastersteinbelag weg“, sagt Horst Burmehl. Die Hoffnung der Anwohner in den Liegenschaften Emilstraße 9 sowie Frankfurter Straße 74 und 76 hat sich jedoch in Luft aufgelöst.

Denn Heag-Mobilo hat im April die Gleiskörpersanierung der Frankfurter Straße ab Willy-Brandt-Platz Richtung Norden begonnen. Die ersten 70 Meter nach der Haltestelle wurde die für Darmstadt weithin noch typische Pflasterung des Gleiskörpers für die Straßenbahnlinien 4, 5, 6, 7 und 8 erst mühsam per Presslufthammer herausgelöst, dann gestapelt. Dann wurde der Untergrund neu angelegt, die Pflastersteine wieder gesetzt, die Fugen erst mit Sand und später in Handarbeit mit heißem Flüssigasphalt aus dem Kännchen verfüllt.

Anwohner beklagen Lärm

Im nächsten Abschnitt, etwa bis zur Ecke Kahlertstraße, ging die Sanierungstruppe plötzlich schneller und großzügiger vor. Die Pflastersteine wurden komplett durch Asphalt ersetzt. Resultat: Das Abrollgeräusch der Autos verringerte sich erheblich.

In dieser Zeit keimte Burmehls Hoffnung. Er sah für seinen Abschnitt der Frankfurter ebenfalls die ersehnte Lärmminderung näher rücken. Aber nördlich der Pallaswiesenstraße nahm das Instandhaltungsteam seine Asphaltierungsstrategie nicht wieder auf. Burmehl und die Bewohner der Nachbarhäuser sahen und hörten, wie mit lautem Getöse die Pflastersteine heraus- und hernach mit lautem Getöse wieder hineingearbeitet wurden. Nach wie vor sind Teile des bereits sanierten Pflasters in Unordnung, zeigen sich aufgewölbt, fungieren als böse Stolperfallen bei der Straßenüberquerung und als Lärmverursacher unter Autoreifen.

"Preiswerter als Pflastern"

Heag-Mobilo sagt auf Anfrage zum unterschiedlichen Vorgehen bei der Instandhaltung des Gleiskörpers: „Im Abschnitt, wo asphaltiert wurde, mussten wir großflächig sanieren. Bei größeren Flächen ist Asphaltieren preiswerter als Pflastern.“ Im Abschnitt nördlich der Kreuzung Pallaswiesenstraße „pflastern wir punktuell, weil dort das Schadensbild nicht so gravierend ist.“ An vielen Stellen seien die Gleise „unter das Straßenniveau gesunken“, so Heag-Mobilo weiter, es habe Gefahr bestanden, „dass der Bahnräumer der Straßenbahn aufsetzt“.

Dass das Schadensbild „nicht so gravierend“ sei, sieht Burmehl genau gegenteilig. „80 Prozent marode, der Pflasterbelag“, sagt er am Telefon. Großflächig sanieren mit Asphalt wäre gut möglich gewesen, findet er, und sei eventuell sogar schneller gegangen als die aufwendige Abschnittspflasterung mit viel Sicherungsaufwand für die Arbeiter auf der Baustelle. Jetzt komme aber noch das westliche Gleis zwischen Pallaswiesenstraße und Rhönring dran, sagt der Ingenieur im Ruhestand, und fordert weiter Lärmreduzierung, „wo es nur machbar ist“. (phg.)

Auch interessant

Kommentare