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Rund um den Auschwitzprozess

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Ausstellung im Liebighaus dokumentiert die Justiz nach 1945.

Wie die hessische Justiz NS-Verbrecher verfolgte, zeigt eine Ausstellung im Liebighaus. Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) erinnerte bei der Eröffnung an den hessischen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, der die Ermittlungen zum Auschwitzprozess wesentlich vorangetrieben hatte. „Es ist ein großes Geschenk für unser Land gewesen“, sagte Partsch.

Allerdings hatten wieder in den Dienst gekommene NS-Juristen Bauer nicht unterstützt. „Wenn ich mein Dienstzimmer verlasse, betrete ich feindliches Ausland“, sei das Fritz-Bauer-Zitat, das ihn am meisten erschüttere, sagte der OB. Ein weiterer Ausspruch Bauers – „Die historische Wahrheit kund und zu wissen tun“ – ist Titel der Ausstellung.

Sonderurlaub fürs Abitur

Behandelt wird unter anderem der Fall des Darmstädter SS-Manns Hans Stark. Er war unter den 22 Angeklagten des ersten Auschwitzprozesses, der vor 50 Jahren in Frankfurt endete. Hans Stark wurde 1965 zu zehn Jahren Haft wegen gemeinschaftlichen Mordes an mehr als 300 Menschen verurteilt – es handelte sich um eine Jugendstrafe.

Denn während Stark in Auschwitz Menschen erschoss und Zyklon B in die Gaskammern schüttete, war er zwischen 19 und 21 Jahre alt. Während seiner Zeit im KZ bekam Stark Sonderurlaub, um in Darmstadt seine Reifeprüfung an der Justus-Liebig-Schule zu abzulegen.

Die Schau ist eine Wanderausstellung des Hessischen Hauptstaatsarchivs. „Wir haben den Auschwitzprozess als Kern der Ausstellung und stellen ihn in den historischen Kontext“, sagte Johann Zilien vom Hauptstaatsarchiv. (mawi)

Geöffnet ist bis 10. April jeweils dienstags und donnerstags von 10 bis 19 Uhr, mittwochs und freitags von 10 bis 17 Uhr, samstags von 10 bis 13 Uhr.

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