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Ein Roter in der Stadt der Farben

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Werner Schuchmann  ist im Januar zum zweiten Mal zum Bürgermeister gewählt worden.
Werner Schuchmann ist im Januar zum zweiten Mal zum Bürgermeister gewählt worden. © Stadtverwaltung

Zur Amtseinführung von Ober-Ramstadts Bürgermeister Werner Schuchmann gibt es viel Lob von allen Seiten.

Fast 400 Menschen haben am Mittwochabend die Amtseinführung von Ober-Ramstadts Bürgermeister Werner Schuchmann (SPD) gefeiert. Die Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kirche und Gesellschaft lobten den Sozialdemokraten als "Finanzfachmann in der Wirtschaftskrise", als "wichtigen Europäer" und als "den großen Roten in der Stadt der Farben".

Schuchmann selbst gab die Komplimente in der überfüllten Stadthalle zurück: "Ich liebe unsere Stadt", sagte er. "Und meine Frau." Um Letzteres zu unterstreichen, bat Schuchmann seine Maria-Luisa am Ende seiner Dankesrede ans Rednerpult, wo er sie umarmte und küsste. "Ihr könnt euch mal kurz rumdrehen", sagte er seinem gerührten Publikum.

Der 53 Jahre alte und seit sechs Jahren amtierende Bürgermeister hatte bei der Direktwahl im Januar seinen parteilosen Herausforderer Christian Jacoby (44) mit einer Dreiviertel-Mehrheit geschlagen. Das Ergebnis war damals aber durchaus nicht so strahlend, wie die Sozialdemokraten das in ihrer Hochburg erwartet hatten. Obwohl die CDU als größte Oppositionspartei keinen Bewerber nominiert hatte, die Grünen zur Wiederwahl des Amtsinhabers aufgerufen hatten, die FDP gut mit Schuchmann auskommt und der parteilose Herausforderer eher farblos wirkte, waren die Wähler nicht gerade euphorisch. Nur 42 Prozent gingen überhaupt zur Urne - ein Negativrekord.Doch am Mittwoch spielte all das keine Rolle mehr. Zumal Schuchmann tatsächlich ein gute Figur machte: Sein "größter Wunsch für den Abend" war es, angesichts der drückenden Schwüle die Sache kurz zu halten. Fast alle Redner hielten sich daran. Die Vertreter der Parteien, vor allem von CDU, FDP und Grünen, gaben sich erfrischend kurz. Ebenso die Feuerwehr, der Kreistagsvorsitzende Ralf-Rainer Lavies und der Reinheimer SPD-Bürgermeister Karl Hartmann als Sprecher aller anderen Bürgermeister.

Die eigentliche Laudatio hatte zuvor Klaus Peter Schellhaas (SPD) gehalten. Er bezeichnete Schuchmann als "Idealbesetzung eines Bürgermeisters", denn an allen Ecken und Enden werde dessen Gestaltungskraft sichtbar. Mehrfach war von der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise die Rede. Vom Desaster um den Euro und den Schulden in Griechenland. Von "Politikern, die sich einfach aus dem Staub machen". Und von der Not der Kommunen, die sich im finanziellen Würgegriff kaum noch bewegen könnten.

Schuchmann selbst hatte erst vor wenigen Wochen einen Doppelhaushalt mit einem Defizit von 3,5 Millionen Euro vorgelegt. "Wir brauchen Jahre, um diese Lücke wieder zu füllen", sagte er. Merken werden das die Bürger schon jetzt. "Es wird Einschnitte geben und auf breiter Basis Gebühren- und Steuererhöhungen", sagte der Bürgermeister. (sami)

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