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Rosen statt Baugerüst

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Die Darmstädter Mathildenhöhe mit dem charakteristischen Hochzeitsturm. Darmstadt hat hohe Schulden und will nun unter den kommunalen Schutzschirm schlüpfen.
Die Darmstädter Mathildenhöhe mit dem charakteristischen Hochzeitsturm. Darmstadt hat hohe Schulden und will nun unter den kommunalen Schutzschirm schlüpfen. © dpa

Jetzt ist der Eingang zum Darmstädter Hochzeitsturm verschönert und kaschiert so einen Teil der Baustelle. Der Bürgermeister will so mehr Brautpaare anlocken.

Eine weiße Folie, auf der rote Rosen und Trauringe abgebildet sind, verhüllt jetzt den Eingangsbereich des Hochzeitsturms und kaschiert so einen Teil der Baustelle. Erst im Oktober, nach Abschluss der umfangreichen Sanierungsarbeiten, wird der Turm enthüllt.

Ungeachtet der Bauarbeiten ließen sich Paare im Hochzeitszimmer trauen. Alle 14 Tage ist das jeweils donnerstags, freitags und samstags möglich. Doch manche Heiratswilligen entschieden sich beim Anblick der Gerüste lieber für ein attraktiveres Standesamt außerhalb Darmstadts. Dementsprechend ist die Zahl der Eheschließungen in Darmstadt deutlich zurückgegangen: von bisher 800 auf 650 im Jahr.

Um das Standesamt Hochzeitsturm bis Oktober wieder attraktiver zu machen, investierten Stadt Darmstadt und Förderkreis Hochzeitsturm zusammen rund 10?000 Euro für die Verhüllung mit Rosen und Trauringen. Das Gartenamt steuerte vier Bäumchen bei.

Rund 22.000 Euro hatte der Förderkreis für die Fotoplanen ausgegeben, die das Gerüst oberhalb des Turmeingangs an der Frontseite komplett verhüllen. Der neue Dezernent für das Standesamt, Bürgermeister Rafael Reißer (CDU), und der Vorsitzende des Förderkreises, Alfred Heldmann, wollen jetzt dazu beitragen, dass der Zugang vom Lucasweg zum Turm verschönert wird. Es sei für die festlich gekleideten Hochzeitsgesellschaften nicht zumutbar, sich an den parkenden Autos vorbei zu quetschen.

Der Hochzeitsturm ist nicht nur Wahrzeichen, sondern auch ein Wirtschaftsfaktor und wichtiger Imageträger der Stadt. Von jeder Hochzeit profitieren in der Regel auch Gastronomie und Hotels. Dank seines Namens zieht er sogar Paare an, die keinen persönlichen Bezug zu Darmstadt haben. Die Bürgerschaft hatte den Turm Großherzog Ernst Ludwig anlässlich seiner Heirat 1905 mit Eleonore zu Solms-Hohensolms-Lich geschenkt. ( (pyp.))

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