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Risse im Plexiglas

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Nur anderthalb Jahre nach der Freigabe des Wörnerstegs, der den Schlossgraben überspannt und vom ehemaligen Präsidenten der Technischen Universität höchstpersönlich entworfen worden war, zeigen sich große Sprünge in den Plexiglasscheiben.

"Ich stehe zu der Brücke", hatte Johann Dietrich Wörner bei der Einweihung gesagt. Aber steht sie auch zu ihm - die Brücke, die seinen Namen trägt? Passanten haben Zweifel, denn nur anderthalb Jahre nach der Freigabe des Viadukts, das den Schlossgraben überspannt und vom ehemaligen Präsidenten der Technischen Universität höchstpersönlich entworfen worden war, zeigen sich große Sprünge in den Plexiglasscheiben.

Gefährlich sind sie nicht, wie Thorsten Schmidt, Leiter des TU-Referats Bauen und Immobilien, betonte. Die Havarie sei in einem "lastfreien Dreieck" eingetreten, also in einem Brückenteil, das keine tragende Funktion hat. Es sei nicht zu befürchten, dass der Wörnersteg in die Tiefe stürzt. Als Ursache der Sprünge vermutet Schmidt "Temperaturdehnungen, die stärker ausgefallen sind als errechnet". Bei einer völlig neuen Bauweise könne das schon mal passieren; da müsse man immer wieder "genau hinschauen".

Der Steg gilt als weltweit erste Brücke aus Plexiglas. Derzeit werde untersucht, "wie wir das Ding wieder in Ordnung bringen". Vom Steg trennen will sich die Technische Universität nicht. "Ich gehe nicht davon aus, dass die Brücke abgerissen wird - es sei denn, die Reparaturkosten wären untragbar", sagte Schmidt. Der Baureferent, der von seinem Büro im Hochhaus an der Alexanderstraße aus einen guten Blick auf den Wörnersteg hat, widerspricht auch dem Eindruck, das Viadukt werde kaum benutzt. Dass der Steg seit Anfang Dezember gesperrt sei, hänge allein mit den Baumaßnahmen am Schloss zusammen, ergänzte TU-Sprecher Christian Siemens. (ers)

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