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Richtfest für ein Tor zur Zukunft

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Esoc-Chef Thomas Reiter hat große Pläne.
Esoc-Chef Thomas Reiter hat große Pläne. © Claus Völker

Das Verwaltungsgebäude des Raumfahrtkontrollzentrums Esoc in Darmstadt soll im April 2014 fertig sein. Damit hat Esoc die erste von drei Bauphasen geschafft.

Mit dem 24 Millionen Euro teuren Bürogebäude hat das europäische Raumfahrtkontrollzentrum Esoc die erste von drei Bauphasen geschafft. Gestern Vormittag wurde an der Robert-Bosch-Straße in der Weststadt Richtfest gefeiert.

Jean-Jacques Dordain, Generaldirektor der europäischen Weltraumagentur ESA, sprach zu diesem Anlass vom „besten Kontrollzentrum der Welt“. Hans-Joachim Otto, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, pries das Kontrollzentrum als „Tor zur Zukunft“ und Johann-Dietrich Wörner, ehemaliger Präsident der Technischen Universität Darmstadt und Vorstandschef des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Köln bezeichnete die ESA als „essenziell für Europa“.

Mit dem neuen fünfstöckigen Bürogebäude – direkt neben dem Besucherparkplatz – rüstet sich die Esoc für künftige Missionen, bei denen es um Erdbeobachtung, Planetenforschung und Astronomie geht. Insgesamt wurden von den Bauarbeitern in den vergangenen fünf Monaten 4700 Kubikmeter Beton und 1000 Tonnen Stahl verarbeitet. Das Gebäude bietet Raum für etwa 190 Beschäftigte samt einer geothermischen Anlage, die nahezu den gesamten Bedarf an Heiz- und Kühlenergie abdecken soll. Direkt gegenüber, gleich hinter dem Pförtnerhaus auf dem alten Esoc-Gelände, wird bereits an einem kleineren Neubau gearbeitet. Dort sollen etwa 60 Mitarbeiter Platz finden.

24 Millionen Euro wurden von den Verantwortlichen für das „Esoc II“-Projekt veranschlagt, die Fertigstellung ist für April geplant. Bezuschusst wurde der Bau mit 9,5 Millionen Euro vom Bund und zwei Millionen Euro vom Land Hessen. Die Steuergelder machen sich bezahlt, versicherte Esoc-Chef Thomas Reiter. Von jedem investierten Euro blieben 60 Cent in der Region. „Das ist eine ansehnliche Rendite“, befand der ehemalige Astronaut. Der Neubau sei der „erste Meilenstein auf dem Weg in die Zukunft“ und Teil des „Masterplans 2020 Plus“.

24 Millionen Euro Kosten

Dieser Plan ist in drei Abschnitte unterteilt, die bis 2020 abgeschlossen werden sollen: Mit dem Bezug der neuen Büros können zunächst zwei alte Gebäude auf dem Esoc-Gelände abgerissen werden, was wiederum Platz für neue Kontrollräume und Technik schafft. Auch die Zahl der Mitarbeiter soll um 200 aufgestockt werden.

In der zweiten Phase sollen ein neues Logistikzentrum und eine Kantine entstehen, in der dritten entsteht ein futuristisch anmutendes Besucherzentrum: Die Pläne zeigen ein lang gestrecktes, etwa 30 Meter breites Gebäude, das die Robert-Bosch-Straße wie eine Brücke überspannen soll. Der Bau ist eine Reaktion auf das steigende Interesse der Menschen an der Arbeit der Raumfahrtexperten. Nach Angaben von Thomas Reiter sind die Kapazitätsgrenzen erreicht. Auf einen Besuch am Freitagnachmittag müssen Gruppen Wartezeiten von mehreren Monaten in Kauf nehmen.

Insgesamt sind es 60 Millionen Euro, die das Esoc investieren will, um für künftige Missionen gerüstet zu sein. Geplant ist etwa 2016/2018 mit der Exo-Mars-Mission die Landung eines Roboters auf der Marsoberfläche. Noch in diesem Jahr steht die „Swarm-Mission“ an, bei der Satelliten Veränderungen des Erdmagnetfeldes und des Erdinneren untersuchen. hin

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