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Kritischer Wert am Flughafen Frankfurt vereinzelt überschritten: Neuer Aktionsplan gilt

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Von: Claudia Kabel

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Menschen in der Region sollen besser vor dem Lärm des Frankfurter Flughafens geschützt werden. Wie das geht, schreibt der neue Lärmaktionsplan vor.

Frankfurt – Die Menschen im Rhein-Main-Gebiet sollen besser vor Fluglärm geschützt werden. Dafür gibt es den hessischen Lärmaktionsplan Flughafen Frankfurt Main. In dem Papier sind Maßnahmen zur Lärmminderung und zur Darstellung der bestehenden Lärmsituation aufgeführt.

Alle fünf Jahre wird das seit 2014 existierende Dokument im Rahmen einer Öffentlichkeitsbeteiligungen fortgeschrieben. Diese ist nun abgeschlossen, der aktuelle Plan am 11. April in Kraft getreten. Eingeflossen sind laut Regierungspräsidium (RP) Darmstadt 305 Stellungnahmen von Anwohnenden, Bürgerinitiativen sowie Kommunen und Organisationen. Die Vorschläge seien geprüft und falls möglich aufgenommenen worden. Es werde auch dargestellt, warum Lärmminderungsmaßnahmen nicht umgesetzt werden könnten.

Flughafen Frankfurt: Kritischer Wert vereinzelt in Frankfurt überschritten

Aufgeführt ist, welche Maßnahmen in Bearbeitung oder Planung sind. Hierunter fallen technische Neuerungen in Flugzeugen, verlagerte Flugrouten und veränderte An- und Abflugverfahren. Laut Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid (Grüne) wurden bereits wesentliche Punkte umgesetzt. Beispiele seien die Einführung von siebenstündigen Lärmpausen 2016, die Südumfliegung zur Entlastung der westlich des Flughafens gelegenen Gemeinden und eine freiwillige Lärmobergrenze für den Flughafen. Auch seien bis Ende 2021 insgesamt 11 000 Genehmigungen für Maßnahmen zur Verbesserung des baulichen Schallschutzes an Wohnhäusern in Höhe von 46 Millionen Euro erteilt worden.

Flugzeug über Flörsheim: Der Flughafen sorgt im ganzen Rhein-Main-Gebiet für Lärmbelastung.
Flugzeug über Flörsheim: Der Flughafen sorgt im ganzen Rhein-Main-Gebiet für Lärmbelastung. © Monika Müller

Bis 2030 empfiehlt der Plan die Begrenzung des durchschnittlichen Lärmpegels in Wohngebieten tagsüber auf 63 Dezibel. Dieser Wert wird derzeit vereinzelt in Frankfurt und Kelsterbach überschritten. Zudem beinhaltet das 277 Seiten starke Dokument Empfehlungen für besonders wichtige Maßnahmen. Da für die Umsetzung vieler Ziele die Mitwirkung des Bundes nötig sei, „wird dieser Lärmaktionsplan erstmals auch an die zuständigen Bundesbehörden adressiert“, so Lindscheid. (Claudia Kabel)

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