+
Rettungssanitäter Achim Horneff vom DRK-Ortsverein Arheilgen gehört zum Siegerteam des DRK-Bundeswettbewerbs 2018.

Darmstadt

Rettungskräfte treten in Darmstadt gegeneinander an

  • schließen

Dreieinhalb Kilometer Mullbinden und ein Parcours mit Verletzten: Das Deutsche Rote Kreuz veranstaltet am Samstag in Darmstadt einen Bundeswettbewerb.

Ob es am kommenden Samstag in der Darmstädter Innenstadt eine Explosion geben wird, ist streng geheim. 2008, als erstmals das Deutsche Rote Kreuz (DRK) seinen Bundeswettbewerb der Bereitschaften in Darmstadt austrug, explodierte eine Briefbombe, berichtet Achim Horneff. Er ist für die Organisation der Veranstaltung mitverantwortlich und Mitglied der Bereitschaft des DRK-Ortsvereins Arheilgen, die vergangenes Jahr den Wettbewerb schon zum dritten Mal gewonnen hat und ihn wieder nach Darmstadt geholt hat. „Es soll spannend werden. Die Leute sollen hinschauen“, sagt Horneff.

Im Herrngarten, auf dem Luisenplatz, dem Marktplatz und vor dem Kongresszentrum Darmstadtium werden auf einem drei Kilometer langen Parcours zwölf Stationen aufgebaut, an denen die Ersthelfer aktiv werden sollen. Jedes der 15 antretenden sechsköpfigen Teams ist als bestes des jeweiligen Landeswettbewerbs hervorgegangen. Insgesamt sind 500 Personen am Wettbewerb beteiligt. Die Gewinner qualifiziert sich für den Europäischen Erste-Hilfe-Wettbewerb Face 2020. An den Stationen spielen Notfalldarsteller die Verletzten. „Ob Armbruch oder starke Blutungen: Der Mime muss fünfzehnmal das Gleiche spielen“, sagt Horneff. Dabei können die Helfer 180 Dreiecktücher, 890 Mullbinden, 450 Rettungsdecken und 700 Kompressen nutzen. Alleine die Mullbinden haben eine Gesamtlänge von 3,56 Kilometern.

Wettkampf
8.30 Uhr: Start der Teams an der ersten Aufgabe. Stationen sind auf Luisen und Marktplatz im Herrngarten und vor dem Darmstadtium.

11 Uhr: Offizielle Eröffnung im Haus der Geschichte, Karolinenplatz 3.

Ganztägig auf dem Karolinenplatz: Ausstellung der neuen Mobile Medizinische Versorgungs-Einheit, Drohnenprojekt des DRK-Landesverbands.

17.10 Uhr : Geplantes Parcours-Ende

Ab 19.30 Uhr: Abendprogramm mit Siegerehrung.

49 Schiedsrichter bewerten die Versorgung der Verletzten. Maßgebend seien nicht nur fachgerechte Rettung der Patienten und professionelle notfallmedizinische Behandlung, sondern auch Teamwork und Zusammenarbeit mit Dritten werde geprüft, teilte der Landesverband Hessen mit.

Anders als bei echten Einsätzen sind diesmal „Gaffer erwünscht“, sagt Horneff. Der Präsident des Landesverbands , Norbert Södler, und der Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands Darmstadt, Tim Wittwer, hoffen auf einen „Werbeeffekt, um neue Ehrenamtler zu gewinnen“. Es ist laut Södler zunehmend schwierig Freiwillige zu finden. Gerade der Sanitätswachdienst, etwa bei Volksfesten oder Sportevents, entwickle sich zum Problem. „Wir wissen nicht, wie lange wir das noch machen können“, so Södler.

Auch im Katastrophenschutz der Stadt Darmstadt spielen die Ehrenamtlichen eine wichtige Rolle, wie Bürgermeister Rafael Reißer (CDU) betont. In vielen ländlichen Regionen müssten dafür bereits Rettungsleute angestellt werden. In Darmstadt hält das DRK permanent 330 Kräfte für den Katastrophenfall bereit. Dass die Arheilger Truppe, als einer von vier ansässigen Ortsvereinen, so erfolgreich ist, führt Tim Wittwer, Geschäftsführer des Kreisverbands Darmstadt-Stadt übrigens darauf zurück, dass sie bis vor vier Jahren eine ehrenamtlich betriebene Wache im Stadtteil gestellt haben. „Sie haben Erfahrung in der praktischen Arbeit.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare