1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Darmstadt

Resolution für Erhalt von Horten

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Eltern fürchten um die Vielfalt des Betreuungsangebots.
Eltern fürchten um die Vielfalt des Betreuungsangebots. © Rüdiger Koslowski

Erzieherinnen und Eltern üben heftige Kritik am Magistrat der Stadt. Sie ärgert, dass sukzessive Horte und Betreuungsschulen geschlossen werden.

"Wir sind erstaunt über die Vorgehensweise“, sagt die Sprecherin der Verdi-Vertrauensleute der Stadt Rüsselsheim, Michaela Stasche, am Donnerstagabend bei einem Gespräch mit der Presse über die Situation der Schulkinderbetreuung in Rüsselsheim. Rund zehn teilnehmende Erzieherinnen und Eltern nicken kräftig. Bürgermeister Dennis Grieser (Grüne) schließe sukzessive Horte und Betreuungsschulen. Der Schließung dieser städtischen Einrichtungen sei jedoch kein politischer Beschluss vorausgegangen, so Michaela Stasche.

Mitte Januar kamen die Erzieherinnen der Horte zu einer Personalversammlung zusammen. Mit einer Resolution an den Magistrat, die Stadtverordnetenversammlung und die Stadt fordern sie „den Erhalt der derzeitigen Schulkinderbetreuung“.

Das aktuelle Angebot der Schulkinderbetreuung zeichne sich durch seine Vielfältigkeit und sein qualifiziertes Personal aus. Durch die Schließung der städtischen Betreuungsschulen Albrecht-Dürer-Schule und Otto-Hahn-Schule (die Trägerschaft haben die Schulen selbst übernommen), die Schließung der Horte der Kindertagesstätten Lengfeldstraße und Rheingauer Straße sowie die beabsichtigte Schließung der Horte der Kindertagesstätten Amselstraße und Auerbacher Straße sowie den Aufnahmestopp für den Hort Dicker Busch gehe das vielfältige Angebot verloren.

Sorge um aktuelles Angebot

„Horte und Betreuungsschulen müssen als städtisches Angebot erhalten bleiben“, wird in der Resolution verlangt. Den Erzieherinnen der Horte sei ihr Arbeitsplatz nicht gleichgültig. Die Kolleginnen würden inhaltlich und pädagogisch für Qualität stehen. Die Stadt Rüsselsheim benötige jedoch Personal für die U3-Betreuung.

„Ich arbeite seit 20 Jahren mit Grundschulkindern. Gehe ich jetzt in den U3-Bereich, habe ich nichts davon, und das Kind auch nicht“, nimmt eine Erzieherin, die wie die anderen Anwesenden namentlich nicht genannt werden möchte, kein Blatt vor den Mund. „Das ist ein Unding, dass der Bürgermeister nach und nach die Einrichtungen schließt, weder mit den Eltern spricht noch ihre Wünsche berücksichtigt“, meint Michaela Stasche.

Die Elternbeiräte melden sich nun mit einem Brief an die Eltern, die in der Vergangenheit bereits ihren Unmut über die Veränderungen der Betreuungslandschaft geäußert haben, zu Wort. In Bauschheim gebe es statt Horten nun ein Schulkinderhaus. Zudem sollen Horte aus dem Stadtteil Königstädten ausgelagert werden beziehungsweise in ein Schulkinderhaus zusammengeführt werden.

Personal ohne Erfahrung

In den Horten kümmere sich ausgebildetes Betreuungspersonal um die Kinder. Bei der Ganztagsbetreuung der Schulen und im Schulkinderhaus würden dagegen Lehramtsstudenten mit wenig pädagogischer Erfahrung oder andere Kräfte ohne abgeschlossene Ausbildung eingesetzt, berichten die besorgten Elternvertreter.

Außerdem würde durch den Wegfall der Horte die Familienfreundlichkeit verloren gehen. Hortgruppen mit 15 bis 20 Kindern und zwei Betreuern müssten größeren Gruppen mit über einhundert Kindern mit wechselndem und nicht qualifiziertem Personal weichen. (eda)

Auch interessant

Kommentare