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Reiter im neuen Glanz

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Kunstschmied restauriert Bronzereliefs am Tor zur Rosenhöhe / Kosten trägt der Förderverein

Die Löwenköpfe am Eingang zur Darmstädter Rosenhöhe sind bereits saniert. Nun sind die Torflügel zwischen den Säulen an der Reihe: Der Habitzheimer Schlossermeister und Künstler Schorsch Wolf soll sie restaurieren. Gestern haben Mitglieder des Fördervereins Park Rosenhöhe die Bronzereliefs abgehängt und in Wolfs Werkstatt gebracht.

Auftraggeber für die Arbeiten ist die Stadt Darmstadt, finanziert werden sie jedoch ausschließlich vom Förderverein. 54?000 Euro investiert der Verein in die Sanierung der acht Torflügel mit den nach vorne stürmenden Reitern, die ursprünglich 1914 von Bernhard Hoetger (1874 bis 1949) angefertigt wurden. Von den acht Reliefs, die sich auf vier zweiflügelige Bronzetore verteilen, ist lediglich ein Original erhalten: Dieses steht zwischen dem Oktogon und dem Eingang zum Museum Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe.

Die Torflügel, die seit 1971 den Eingang schmücken, hat Hermann Tomada aus Bronze angefertigt. Die quadratischen Reliefs haben ein und dasselbe Motiv: fünf nebeneinander sitzende Reiter auf sich aufbäumenden Pferden. Sie nehmen Bezug auf das umlaufende Fries im Parthenontempel der Akropolis in Athen.

An den Reliefs selbst, sagt Schorsch Wolf, müsse man kaum etwas machen. Sie seien in erstaunlich gutem Zustand. In der Habitzheimer Werkstatt wird Wolf die Tore lediglich „aufhübschen“, das heißt sie werden glasperlgestrahlt und gleichmäßig patiniert.

Aufhängungen sind verrostet

Die eigentliche Arbeit liegt bei der Aufhängung der Tore. „Reine Schlosserarbeit“, sagt Wolf, der ein Fachmann ist in Sachen Restaurierung. Beim Jugendstilbad etwa war er ebenso aktiv wie bei der nun abgeschlossenen Fassadenrestaurierung am Hochzeitsturm, wo er alle Balkone erneuert hat.

Die Aufhängungen werden genauso patiniert wie die Bronzereliefs. Die aus Edelstahl gefertigte Tragekonstruktion wird mit Kupferblech beschlagen.

Vor allem auf der unteren Seite war das Eisen an den Aufhängungen völlig verrostet. „Eisen“, erklärt Wolf, „versiebenfacht sein Volumen, wenn es rostet“. Wie Blätterteig sieht die Umrandung der Aufhängung nun aus. „Und sie hätte, wenn wir jetzt nicht aktiv geworden wären, die Reliefs mit Sicherheit deformiert“, erklärt der Kunstschmied. Das wird er zu verhindern wissen und in sechs bis acht Wochen neue Aufhängungen liefern.

Bis die Bronzereliefs pünktlich zum Frühlingsbeginn wieder hängen, wird der Eingang zur Rosenhöhe mit Absperrgittern geschützt. (an.)

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