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Reichlich Dezibel und Bier

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Ein Dutzend Lastwagen, einer pro Gymnasium, schlängelt sich als Abimove 2010 mit 4000 Teilnehmern durch Darmstadt.

Alles ist startklar, und dann das: "Wir haben Probleme mit unserem Aggregat", sagt Kerstin Matthes, bevor sie wieder zurück auf den Wagen der Lichtenbergschule klettert. Kein Strom, keine Musik. Das ist für eine Abiturienten-Parade ähnlich fatal wie ein Heinerfest ohne Hamelzelt. Dann aber springt das Teil doch an und mit ihm die Stimmung. "Jetzt ist alles wieder gut", ruft Kerstin erleichtert in den entfesselten Jubel der jungen Partygesellschaft.

"Abitur, Abitur", rufen die jungen Leute, als sich der Tross am Samstag gegen 16 Uhr auf dem neuen Messplatz in Bewegung setzt. Ein Dutzend Lastwagen, einer pro Gymnasium, schlängelt sich als Abimove 2010 mit 4000 Teilnehmern - so die Schätzung der Polizei - Heinheimer-, Pützer- und Nieder-Ramstädter-Straße hoch bis zum Böllenfalltor. Dezibelstark und mit reichlich Bier, Wein und Sekt an Bord.

Die Lichtenbergschule tuckert an der Spitze voran. "Wer ist die Nummer eins?", ruft einer über die dicht bevölkerte Ladefläche. Man weiß nicht recht, ob sie jetzt alle meinen oder nur sich. Egal, aus zig Kehlen dröhnt die Antwort: "Uhhhh!" Es hupt und ruft und pfeift wie nur was.

Selbstbewusst in die Zukunft

Kurz darauf stimmt einer den "White Stripes"-Hit "Seven Nation Army" an, der längst zur Anheiz-Stadionhymne geworden ist. Während in Südafrika die Fußball-WM anläuft, zelebrieren sie hier ihre eigene Meisterschaft. Die ihres Lebens.

Enorm trotz Reform steht auf den schwarzen Shirts der Lichtenberg-Absolventen. Da schwingt Kritik mit am Schulsystem, dem man nun den Rücken kehrt. Doch für die meisten hier heißt es nun, nach vorn zu blicken, mit Selbstbewusstsein und Zuversicht. Nicht ohne Grund lautet das Motto des zwölften Abiturienten-Festumzugs: Mit uns kommt der Aufschwung.

Diese Botschaft wird nun mit dröhnenden Bässen und aufwühlenden Elektronikbeats in die Atmosphäre gehämmert. "I Like To Move It, Move It!" Dazu heben sie die Arme in die Luft und springen im Takt der Dance-Musik.

35 Einsatzkräfte des Roten Kreuzes wachten über den Zug; sie hatten auch ein Zelt als Medical Center errichtet. 20 Hilfeleistungen habe es während der Parade gegeben, teilte das Rote Kreuz am Sonntag mit. Vier Personen mussten zur Versorgung in Krankenhäuser gebracht werden. (aw)

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