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Reaktionen auf Brauerei-Aus zwischen „tragisch“ und „Schande“

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Von: Annette Schlegl

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Vor einem Vierteljahr konnte Brauereibesitzer Uwe Lauer im Vollgutlager noch in die Kamera lächeln. Das Lachen dürfte ihm jetzt vergangen sein.
Vor einem Vierteljahr konnte Brauereibesitzer Uwe Lauer im Vollgutlager noch in die Kamera lächeln. Das Lachen dürfte ihm jetzt vergangen sein. © Michael Schick

Pfungstadts Bürgermeister Patrick Koch äußert sich zum Aus für die Pfungstädter Brauerei. Derweil bewegt das Thema viele in den sozialen Medien.

Nach dem Brauerei-Geschäftsführer hat sich jetzt auch Pfungstadts Bürgermeister Patrick Koch (SPD) gegenüber der FR zum Aus für die Pfungstädter Brauerei geäußert. Das Thema bewegt auch in den sozialen Medien viele Menschen.

Der Verlust der Brauerei stellt nach Kochs Meinung einen tragischen Einschnitt in Pfungstadt dar. Er selbst habe in den vergangenen Jahren „wirklich nichts unversucht gelassen, diesen Verlust abzuwenden“. Die Brauerei sei identitätsstiftend.

Stadtverordnete hätten laut Bürgermeister zur Rettung der Pfungstädter Brauerei beitragen können

Besitzer Uwe Lauer wollte die Brauerei retten, die 2020 vor der Insolvenz stand, und habe sie in wirtschaftlich ruhiges Fahrwasser geführt. Man könne nur den Kopf darüber schütteln, dass sie nun nicht – wie schon andere Brauereien – aus wirtschaftlichen Gründen schließen müsse, sondern, weil das Gelände nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Der Projektentwickler Conceptaplan und die Milliardärsfamilie Hopp als Grundstückseigentümer wollen dort bekanntlich ein Wohnquartier entstehen lassen.

Koch hatte am Montag im Stadtparlament eine Bürgerbefragung beantragt, um ein starkes Zeichen gegenüber dem Investor zu setzen. Die große Mehrheit der Stadtverordneten lehnte seinen Vorschlag aber ab, weil er der Bevölkerung vorgaukle, das Parlament könne Einfluss nehmen. Der Bürgermeister war anderer Meinung: Die Stadtverordneten würden ja darüber bestimmen, ob der Eigentümer eines Grundstücks seinen Willen und damit Wohnbaurecht bekomme.

Bestürzung in den sozialen Medien über das Ende für die Pfungstädter Brauerei

In den sozialen Medien zeigen sich die Menschen bestürzt über das Ende der Traditionsbrauerei. Reaktionen wie „eine Schande“ oder auch „Geld regiert die Welt“ sind zu lesen. „Alles, was Pfungstadt attraktiv machte, kommt weg“, meint eine Userin. Ein anderer schreibt, jede Brauerei, die schließen müsse, öffne den Kommerzbrauereien weiter die Tür. (Annette Schlegl)

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