Der Puma mit dem erwachenden Kind markiert den Eingang zum Platanenhain. renate Hoyer

Darmstadt

Raubkatzen in Darmstadt werden restauriert

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Das Institut Mathildenhöhe und die Bürgerstiftung initiieren eine Spendenaktion für die Bronzefiguren am Eingang zum Platanenhain. 

Nach der Restaurierung und Konservierung der Bildwerke und Ziergitter in den Jahren 2005 bis 2015 sollen nun die von Bernhard Hoetger vor mehr als hundert Jahren geschaffenen Skulpturen nach und nach mit finanzieller Unterstützung der Darmstädter Bürgerschaft restauriert werden.

Das Institut Mathildenhöhe und die Bürgerstiftung Darmstadt haben am Freitag ein Spendenprojekt initiiert, mit dem zunächst die beiden Raubkatzen am Eingang des Platanenhains wieder zu neuem Glanz kommen sollen. Ein Puma mit einem erwachenden Kind auf dem östlichen Pfeiler und ein Panther mit schlafendem Kind auf dem westlichen Pfeiler markieren das Eingangsportal zum Platanenhain.

Hoetger schuf die symbolstarken Bronzefiguren anlässlich der letzten Künstlerkolonie-Ausstellung im Jahr 1914. Die Wettereinflüsse der vergangenen Jahrzehnte haben jedoch sichtbare Spuren auf den Plastiken hinterlassen: Die Skulpturen sind inzwischen stark verschmutzt.

Darmstadts Oberbürgermeister und Kulturdezernent Jochen Partsch (Grüne) sagte am Freitag, die Restaurierungsarbeiten sollen die Bewerbung um den Welterbe-Titel der Unesco begleiten. Die Stadt wolle die Bürger im Rahmen des Spendenprojekts „aktiv in die Welterbebewerbung einbeziehen“ und auf diese Weise nachweisen, dass die Mathildenhöhe als Erbe in der Bürgerschaft verankert sei und die Bewerbung von ihr mitgetragen werde.

Den Platanenhain mit dem von Hoetger geschaffenen Skulpturenpark am Fuß des Hochzeitsturms bezeichnete Partsch als einen „Ort voller Sehnsucht, Exzellenz und wunderbaren Erfahrungsmöglichkeiten“.

Schon in der Vergangenheit waren nach den Worten Partschs die bisherigen Restaurierungsarbeiten im Platanenhain durch ein außergewöhnlich starkes finanzielles Engagement der Darmstädter Bürgerschaft und von Vereinen, Firmen und Institutionen unterstützt worden.

Nach den Worten von Philipp Gutbrod, dem Direktor des Instituts Mathildenhöhe, beträgt der Restaurierungsaufwand für die Skulpturen der beiden Raubkatzen jeweils rund 1000 Euro. Die beiden Bronze-Figuren bilden eine Art Auftakt für das Crowdfunding-Projekt, das auch von der Volksbank Darmstadt-Südhessen unterstützt wird. Weitere Restaurierungen sollen folgen. „Natürlich haben wir die Hoffnung, dass sich das bürgerschaftliche Engagement, die Restaurierungsmaßnahmen zu unterstützen, auf diese Weise verstetigt“, gibt sich Gutbrod optimistisch. Insgesamt sollen über das Spendenprojekt in mehreren aufeinander folgenden Projekten rund 200 000 Euro eingeworben werden, davon rund 50 000 Euro im ersten Jahr.

Die Bürgerstiftung fungiert nach den Worten ihres Vorstandsvorsitzenden Markus Hoschek als „Anstifterin für das Projekt“. Die Stiftung stellt die Spendenplattform bereit und verdoppelt die ersten 10 000 gespendeten Euro.

Für Spenden ab 50 Euro erhalten Spender ein kleines Dankeschön, beispielsweise ein Platanenhain-Plakat, das Darmstädter Bürgerbuch oder den Katalog „Bernhard Hoetger – Der Platanenhain“, der Hoetgers Gesamtkunstwerk auf der Mathildenhöhe detailliert vorstellt. Als besonderes Dankeschön für eine Spende ab 1000 Euro gibt es eine Privatführung mit Philipp Gutbrod.

Die Spendenplattform ist im Internet erreichbar unter der Adresse www.buergerstiftung-darmstadt.de/ crowdfunding-kuenstlerkolonie-mathildenhoehe.

Der Skulpturenpark im Überblick

Für die Ausstellung der Künstlerkolonie im Jahr 1914 platzierte der Bildhauer, Architekt, Maler, Grafiker und Entwerfer angewandter Kunst Bernhard Hoetger über 40 Skulpturen und Plastiken aus Natur- und Kunststein im Platanenhain auf der Mathildenhöhe.

Der Kreislauf des Lebens wird dabei künstlerisch durch Bezugnahme auf abendländisch-europäische sowie altägyptische, buddhistische und hinduistische Kulturleistungen in universeller Weise thematisiert. jjo

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