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Rathaus bleibt wohl in der City

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Im Alten Maschinenhaus der TU erklärte der Magistrat, wie es in der Innenstadt weitergeht.
Im Alten Maschinenhaus der TU erklärte der Magistrat, wie es in der Innenstadt weitergeht. © Claus Völker

Bei einer Bürgerversammlung informiert der Magistrat über Projekte in der Innenstadt. OB Partsch verkündet, dass der Rathaus-Neubau wahrscheinlich nicht am Marienplatz realisiert wird. Das Theater Mollerhaus wird saniert und eineinhalb Jahre lang nicht bespielt.

Am Dienstagabend ist es bei der achten Bürgerversammlung der laufenden Wahlperiode im Alten Maschinenhaus der TU um nahezu alle Aufgaben gegangen, die die Koalition in dieser Wahlperiode angepackt hat. Und die Zuhörer erweiterten das Spektrum noch: Vom Darmbach bis zum Klinikgelände in Eberstadt wogte die Diskussion.

Im Mittelpunkt standen jedoch die städtischen Bauvorhaben, die vor allem von Stadträtin Cornelia Zuschke (parteilos) vorgestellt wurde. Das delikateste freilich blieb Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) vorbehalten. Auf eine Publikumsfrage nach dem geplanten Rathausneubau sagte er: „Wir verhandeln derzeit mit Menschen, die Immobilien in der Innenstadt haben.“ Bisher hatte sich die Stadt auf einen Neubau am Standort Marienplatz konzentriert. Partsch sicherte außerdem zu, auch zu der neuen Variante „wird es eine Bürgerbefragung geben“.

„Schier endlose“ Planungsgeschichte zum Friedensplatz

Zuvor hatte Zuschke eine Übersicht über die laufenden oder geplanten Projekte gegeben, „um zu zeigen, auf wie vielen Ebenen der Realität wir arbeiten“. Beispielhaft griff die Baudezernentin dafür den Friedensplatz heraus – Darmstadt habe „nie richtig definiert, was ist das eigentlich, ein Raum? Oder ein Platz?“

Die Vielfalt der Nutzungsanforderungen spiegele sich in der schier endlosen Planungsgeschichte. Nachdem zuletzt die Tragfähigkeit der Tiefgaragendecke („wir bauen ja auf ein Dach“) geprüft worden sei, gehe es jetzt noch um die Frage, ob das am Westrand vorgesehene Baumpodest „die eine Seite des Platzes von der anderen trennt“.

Voran geht es nach Zuschkes Darstellung auch beim Saladin-Eck: Die Auslobung eines vielleicht sogar internationalen Architektenwettbewerbs für das schwierige, nur 619 Quadratmeter große Grundstück direkt am Schloss stehe unmittelbar bevor: „Eine Lücke, an die höchste Ansprüche gestellt werden.“

Die Nutzung sei weiterhin unklar. Architekturstudenten der TU Kaiserslautern haben sich intensiv damit beschäftigt „und uns mit ihren Entwürfen gezeigt: Das geht“. Anregungen, „die wir nun von Profis überprüfen lassen“. Der Bauverein, Miteigentümer des Grundstücks, hatte vor Jahren dort ein Hotel favorisiert, war mit dieser Idee jedoch gescheitert.

Ein weiteres Vorhaben ist die Grafenstraße. Die Planung hierfür habe alle Stationen der Bürgerbeteiligung durchlaufen und solle nun „auch über der Erde“ zügig umgesetzt werden. An der Rheinstraße bleibt es beim Zweirichtungsverkehr, am Stadthaus entsteht ein Plätzchen, in der Elisabethenstraße ein Kreisel.

Bei der Mammutbaustelle Bismarckstraße hofft Zuschke, die Bäume parallel zum Klinikum erhalten zu können. Generell werde es aber wegen der steigenden Anforderungen an Straßen schwieriger mit Bäumen in der Stadt.

In Sachen Willy-Brandt-Platz, einem „Herzstück“, befinde man sich mitten in der komplexen Planung. „Wir wollen das Einsteigen und Aussteigen entzerren, Autoverkehr und öffentlichen Nahverkehr separieren, bessere Möglichkeiten für Radfahrer.“ Die Heinrichstraße werde eine Hauptverkehrsachse bleiben, sagte Zuschke („da kann ich Ihnen keine Hoffnungen machen“). Denkbar seien nur kosmetische Änderungen, Inseln oder Verengungen im meistbelasteten Abschnitt.

Das in die Jahre gekommene Mollerhaus am Büchnerplatz, Spielstätte der Freien Darmstädter Theaterszene und Heimat der Loge, wird ab Ende 2015 umfassend energetisch saniert und teilweise umgebaut, kündigte Partsch an; es soll barrierefreie Zugänge erhalten. Etwa anderthalb Jahre werde das Haus nicht bespielbar sein. Die Stadt stehe mit der Freien Szene im Gespräch, um zu klären, welche Ersatzmöglichkeiten es gibt. Auch die 1957 gebaute, 1965 und 1986 erweiterte Kunsthalle am Steubenplatz sei dringend sanierungsbedürftig. (ers/pyp)

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