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An der Technischen Universität Darmstadt wurde einem Dozenten die Lehrerlaubnis entzogen.
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An der Technischen Universität Darmstadt wurde einem Dozenten die Lehrerlaubnis entzogen.

TU Darmstadt

Rassistische Diskriminierungen an TU Darmstadt

  • Jens Joachim
    vonJens Joachim
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Das Präsidium der Technischen Universität hat einem Biologie-Dozenten die Lehrerlaubnis entzogen. Der Mann soll sich in Seminaren rassistisch und diskriminierend geäußert haben.

Ein Lehrbeauftragter der Technischen Universität (TU) Darmstadt steht im Verdacht, sich mehrfach in Biologiedidaktik-Seminaren rassistisch und diskriminierend geäußert zu haben. Dem Mann, der an der TU schon seit mehreren Jahren Seminare für Lehramt-, Körperpflege- und Biologiestudierende angeboten hat, soll das Präsidium der TU wegen der umstrittenen Aussagen vorläufig die Lehrerlaubnis entzogen haben. Das hat am Montag der Allgemeine Studierendenausschuss der TU (Asta) mitgeteilt. Universitätssprecher Jörg Feuck sagte gestern auf Anfrage der FR, er könne wegen des nicht abgeschlossenen Verfahrens keine Angaben zu der Personalie machen. Mit der Angelegenheit beschäftige sich die Leitung der TU allerdings schon seit einigen Monaten.

Laut der Asta-Mitteilung soll der Dozent in Lehrveranstaltungen homosexuelle Menschen wiederholt als „krank“ oder „behindert“ bezeichnet haben. Neben regelmäßigen trans- und homophoben sowie sexistischen Aussagen habe er auch „die Existenz von Menschenrassen propagiert“ und außer Schul- und Didaktikbüchern auch einschlägige NS-Literatur wie „Die kleine Rassenkunde des deutschen Volkes“ als Lektüre empfohlen. Die grundlegende Vorlesung des Dozenten befasste sich nach Recherchen der FR auch mit der „historischen Entwicklung von Biologieunterricht in Deutschland“.

Studenten sammelten strittige Äußerungen

Laut Asta-Sprecherin Anika Schmütz hätten sich erstmals vor etwa einem Jahr Studierende über den Dozenten beschwert. Über einen längeren Zeitraum seien dann Informationen und „stichhaltige Beweise“ gesammelt worden, bis schließlich das Präsidium der TU eingeschaltet worden sei. Laut der Mitteilung des Asta soll der Mann auch den Satz geäußert haben „Neger, das darf man ja so jetzt leider nicht mehr sagen...“. Diese und weitere Zitate aus Protokollen von Studierenden, die bei dem Lehrstuhlinhaber Seminare belegen mussten, seien „schlichtweg erschreckend“, meint Schmütz.

Neben rassistischen Ausfällen sollen sich in den Protokollen der Studierenden auch immer wieder Denunziationen von Homo- und Transsexuellen finden, die für den Dozenten „keine gleichwertigen Menschen seien und denen nicht die gleichen Rechte zugestanden werden sollten wie Heterosexuellen“. Auch soll der Mann Studentinnen regelmäßig persönlich angegriffen und sie aufgefordert haben, sich um ihre „Mutterinstinkte“ anstatt um ihr Studium zu kümmern. Wer sich in seinen Seminaren dennoch getraut habe, neuere biologische und sozialwissenschaftliche Erkenntnisse zum Thema Sexualität und Gender einzubringen, sei mit schlechten Noten oder der Androhung des Nicht-Bestehens der Lehrveranstaltung sanktioniert worden. Der Lehrende habe auch Gender-Forschung für unsinnig erklärt und Referate zu „Genderismus“ gefordert. Der selben Ideologie haben sich auch AfD und die „Demo für Alle“, mit der der Hochschullehrer offen sympathisieren soll, verschrieben. Dass der Dozent auf Drängen des Asta nun keine Veranstaltungen mehr anbieten darf, sei „ein klares Signal“, lobt Adriana Lanza, die politische Bildungsreferentin des Asta die Entscheidung der Hochschule.

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