1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Darmstadt

Rabatz wegen Sauna-Abriss

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Die Sauna trennt das Froschbecken von der Liegewiese.
Die Sauna trennt das Froschbecken von der Liegewiese. © Roman Grösser

Der Bauantrag für die Sanierung des Hochschulstadions ist noch nicht durch.

Der Bauantrag für die Sanierung des Hochschulstadions, den Abriss der dortigen Sauna und den möglichen Neubau eines Kiosks auf der Liegewiese ist noch nicht beim Bauamt eingegangen. "Er liegt noch bei mir", sagte der Leiter des Darmstädter Amts für Denkmalpflege, Nikolaus Heiss, am Donnerstag. "Es sind noch ein paar Punkte offen."

Zwar sei er zufrieden mit den Sanierungsplänen für das Schwimmbecken und die Tribünenanlage: "Hier wurde mit mir Rücksprache gehalten wie auch beim Abbruch und Neubau des Froschbeckens." Dem Abriss der Sauna und vor allem dem im Bauantrag eingezeichneten Kiosk könne er vorerst nicht zustimmen. Nächste Woche habe er wegen dieser Maßnahmen einen Termin mit den Planern der Technischen Universität (TU) und der Architektin, die für die Schwimmbadsanierung zuständig ist. "Dann werden wir die Punkte hoffentlich klären." Schließlich handele es sich beim Hochschulstadion um ein "Ensemble, das schützenswert ist". So sei ein Kiosk mitten auf der Liegewiese eine Baumaßnahme, die das Gesamtbild des Stadions "erheblich beeinträchtige".

Auch die Initiative Hochschulstadion hat die Informationen zum Kioskneubau und dem Abbruch der Sauna mit Verwunderung aufgenommen. Lob gibt es von der Bürgerinitiative für die Sanierung der Schwimmanlage. Die weiteren Planungs- und Sanierungsvorhaben, die der Homepage der TU zu entnehmen sind, erscheinen Jochen Klie, Albrecht Pfohl und Alfred Bayer von der Initiative problematisch.

Der Abbruch der Sauna sei bedauerlich und sollte überdacht werden, denn er "zerstört eine wohldurchdachte Gliederung der Freiflächen, die sich bewährt hat". So habe es durch das Saunagebäude stets eine Trennung gegeben zwischen dem Bereich, in dem sich ausschließlich Kleinkinder mit ihren Eltern am Froschbecken aufhielten, und der großen Liegewiese.

Auch scheint die Bausubstanz der Sauna "im Wesentlichen in Ordnung zu sein", so dass eine einfache Instandsetzung möglich wäre und das Angebot erhalten bleibt, sagt Albrecht Pfohl. "Mit ein paar kleinen baulichen Veränderungen könnte man das Gebäude sicher erhalten", so seine Ansicht. Die Sauna steht jedoch nicht - wie der Rest der Anlage am Lichtwiesenweg - unter Denkmalschutz; sie wurde in den 70er Jahren angebaut.

Der Neubau des Kiosks, wie auf den Plänen dargestellt, greife "erheblich und störend in ein bestehendes Grüngefüge ein und zerstückelt die Liegewiese", sagt Jochen Klie. Der Kiosk entwerte eine Freifläche, die der Ruhe dient, und erzeuge "statt funktionaler Trennung eine Nutzungsvermengung an ungünstigster Stelle".

Die Initiative Hochschulstadion appelliert daher an die Verantwortlichen, die Pläne zu überdenken und hat einen Brief an die Leiterin des Unisportzentrums, Annette Kunzendorf, geschickt. "Wir hoffen, dass wir ins Gespräch kommen", sagt Jochen Klie. (an)

Auch interessant

Kommentare