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Quartier erhält Energiekonzept

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Die Stadt und Experten stellen Pläne zur energetischen Modernisierung eines ganzen Stadtteils vor. Pro Jahr wird eine Sanierung von zwei Prozent der alten Bausubstanz angestrebt.

Bei einer Bürgerversammlung ist am Dienstagabend ein Projekt zur energetischen Modernisierung eines ganzen Stadtteils vorgestellt worden. Mit einer Reihe von Sanierungsmaßnahmen und dem Austausch veralteter Heizungstechnik könnten Energieverbrauch sowie Kohlendioxid-Ausstoß nördlich des Walldorfer Festplatzes bis 2030 deutlich gesenkt werden. Rund 50 Menschen verfolgten die Präsentation des „Quartierskonzepts“ und zwei Fachvorträge in der Stadthalle.

Stadt und „Deutsche Städte- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft“ (DSK) haben sich ehrgeizige Ziele gesetzt. Pro Jahr wird eine Sanierung von zwei Prozent der alten Bausubstanz angestrebt. Langfristig soll der Energiebedarf durch den Einsatz moderner Heizungsanlagen und von Gebäudedämmung um 41 Prozent gesenkt werden. Außerdem könnten so jährlich 1330 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. Das Konzept umfasst ein 32 Hektar großes Gebiet, in dem knapp 1160 Menschen leben. Es beginnt nördlich des Festplatzes und reicht bis zur Feuerwehr.

Gestartet ist das Projekt Ende 2014, erläuterte Thomas Pöhlker von der DSK. Während in der Stadthalle die Anwohner im Mittelpunkt standen, wird auch mit Wohnungsbaugesellschaften, Vereinen sowie dem Kreis als Träger der Wilhelm-Arnoul-Schule über denkbare Konzepte gesprochen.

Kosten von etwa 47.000 Euro

Die Stadt ist mit Gebäuden wie der Stadthalle und dem Bauhof am Klimaquartier beteiligt. Größere Vorhaben bieten sich vor allem in diesem Umkreis an, da etwa ein Blockheizkraftwerk nur bei hohem Energieverbrauch wirtschaftlich zu betreiben ist. Für die privaten Hausbesitzer rechnete Pöhlker die energetische Sanierung anhand eines typischen Gebäudes aus den 60er Jahren durch. Mit Dämmmaßnahmen und neuen Fenstern kam der Experte auf Kosten von etwa 47.000 Euro.

Großes Potenzial sieht er bei der Nutzung von Solarthermie. Rund 35 Prozent aller Wohngebäude könnten mit einer sieben Quadratmeter großen Anlage zur Wärmegewinnung ausgestattet werden. Wird dies konsequent umgesetzt, wären 1,7 Prozent des Wärmebedarfs abgedeckt.

Ein ähnliches Konzept zur Fotovoltaik-Technik sieht eine fünfprozentige Abdeckung des Strombedarfs vor. Eingespart werden kann auch, wenn die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik weiter geht. Hier könnte der Energieverbrauch um 55 Prozent gesenkt werden. Bei einer weiteren Bürgerversammlung im Mai soll ein Konzept zur Nahwärmeversorgung vorgestellt werden. Von den Zuhörern wurden die Ausführungen aufmerksam verfolgt. Allerdings schreckten die mitunter hohen Investitionskosten viele auch ab. Bürgermeister Heinz-Peter Becker (SPD) betonte, dass niemand zu energetischer Sanierung gezwungen sei.

Energieberaterin Ursula Otterbein spielte in ihrem Vortrag anhand eines Musterhauses die Wärmedämmmaßnahmen auf ihre Wirtschaftlichkeit durch. Stiegen die Energiepreise wie in den vergangenen 15 Jahren weiter an, rechneten sich die Maßnahmen bereits nach wenigen Jahren, verdeutlichte Otterbein. Abgeschlossen werden soll das Klimaquartier im Herbst, wenn im Bauausschuss die Ergebnisse vorgestellt werden.

Weitere Informationen und Ansprechpartner gibt es auf www.klimaquartier-walldorf.de. (eda)

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