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Putztage im Schwimmbad

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Das Mörfelder Waldschwimmbad zählte in dieser Saison bisher nur 60 000 Besucher.
Das Mörfelder Waldschwimmbad zählte in dieser Saison bisher nur 60 000 Besucher. © Schwappacher

Die Regenpause wird im Schwimmbad zum Aufräumen und zum Reinemachen genutzt. Die Saison ist bisher nicht berauschend.

Es regnet, der Himmel ist grau. Passanten in bunten Plastikjacken laufen über den Sandböhl in Groß-Gerau. Autoreifen rollen durch Pfützen, braunes Wasser spritzt durch die Luft. Es ist kein Badewetter. Doch was geschieht jetzt in Schwimmbädern und Seen? Wie lief die Saison bisher im Kreisgebiet?

„Bisher war’s nicht berauschend“, sagt Reinhard Maul. Er ist Betriebsleiter des Waldschwimmbads in Mörfelden. 60 000 Besucher seien bisher gekommen, 30 000 weniger als vorgesehen, und der August fange enttäuschend an, bilanziert er. „Aber wenn der August noch gut wird, kann er die gesamte Saison rausreißen, wie vor zwei, drei Jahren“, erinnert er sich. „Gerade sind keine Badegäste da, und die Liegewiese ist überschwemmt. 15 Zentimeter hoch steht da das Wasser“, beschreibt er das Areal. Man könne auf der überfluteten Wiese schlammcatchen, scherzt Maul. Im Waldschwimmbad finden auch Partys statt, jeden Freitag zu Beginn der Sommerferien legen DJs auf, dann werde das Bad zur Disco, erzählt er. „Bei dem schlechten Wetter räumen wir auf und leisten der Kollegin an der Kasse Gesellschaft“, beschreibt er seinen Arbeitsalltag.

Ina Zebisch ist Kassiererin im Groß-Gerauer Freibad. „Es sind nur 29 Besucher gekommen“, berichtet sie. Es gebe aber Schwimmer, die das Bad täglich aufsuchen würden, bei jedem Wetter, sagt Zebisch. An Regentagen unterstützt sie die Fachangestellten für Bäderbetriebe, wie der Fachbegriff für „Bademeister“ lautet. Dann sortiere und registrierte sie die Dinge, die von Besuchern vergessen wurden. Meistens seien es Handtücher. Wenn die „Fundgrube“ bearbeitet und alle Kabinen gereinigt sind, gönne sie sich auch mal ein Sudoku, sagt Zebisch.

Bisheriger Höhepunkt: 10. Juli

Am 2. August kamen 43 Badegäste ins Schwimmbad, sagt Cornelia Benz, Pressesprecherin der Stadt Groß-Gerau. Die niedrigste Besucherzahl sei am 25. Mai gezählt worden, als an einem ganzen Tag nur neun Schwimmer das Drehkreuz passierten. Bisheriger Höhepunkt sei der 10. Juli mit 1932 Badegästen gewesen, berichtet Benz.

Im Freibad Goddelau scheint es hektisch zuzugehen. „Ich habe keine Zeit für Fragen, ich muss dringend ins Büro“, sagt eine Rettungsschwimmerin am Telefon.

Im Fritz-Becker-Bad in Trebur sieht Schwimmleiterin Elke Sparkuhl aus dem Fenster des Aufsichtshäuschens. „Drei Leute drehen ihre Bahnen im Becken, sonst ist es leer“, sagt sie. Das Wasser sei aber angenehm warm, 25 Grad. „Wenn es so leer ist, nutzen wir das für Reinigungsarbeiten“, erläutert sie. Gerade säubere ein Bodensauger das menschenleere Nichtschwimmerbecken, sagt Sparkuhl.

Am Badesee Walldorf sei außer ihm kein Mensch, sagt Rettungsschwimmer Simon Mader von der Interessengemeinschaft Rettungsdienst Badesee Walldorf. Dafür breiten sich Schwäne auf dem Gelände aus, er mache mit seinem Smartphone gerade Fotos. „Es sind Jungtiere dabei“, sagt er.

Dass es regnet, stört ihn nicht, im Gegenteil: Das Prasseln der Regentropfen, der menschenleere See und die Schwäne beruhigten ihn, erzählt Mader. „Es ist wie Meditation“, sagt er. (eda)

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