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Putz stürzt von der Decke

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Lidia in ihrem Zimmer, in dem die Decke abgebröckelt ist.
Lidia in ihrem Zimmer, in dem die Decke abgebröckelt ist. © Guido Schiek

Mit einem lauten Knall stürzt im Kinderzimmer der kleinen Lidia Putz von der Decke. Handtellergroße Stücke bedecken seitdem den Boden. Das Zimmer ist nicht mehr bewohnbar. Die Mutter wendet sich an den Bauverein. Wochen ist das her. Passiert ist nichts.

Als am 23. Dezember der Putz von der Kinderzimmerdecke fiel, war das ein großer Schreck für Sarah Semanchew. Mittlerweile ist dies vor allem zum Ärgernis geworden: Das Zimmer ist nicht bewohnbar, der Bauverein hat aber bislang noch nichts unternommen. Wo eigentlich längst ein Kinderbettchen, kleine Stühle und das Spielzeug stehen sollten, liegt zentimeterdick der Putz auf dem Fußboden. Zum Teil in handtellergroßen Stücken ist er im Kinderzimmer von Sarah Semanchews Tochter von der Decke gekommen. Etwa sechs Quadratmeter Beton liegen an der Decke nun frei.

„Es war so ein lauter Knall, wir haben uns richtig erschrocken“, berichtet Semanchew, die sich zu diesem Zeitpunkt mit ihrer fast zweijährigen Tochter Lidia im Nachbarzimmer aufgehalten hat. Auch Nachbarn hätten sie angesprochen. „Zum Glück war Lidia nicht im Kinderzimmer. Wer weiß, was ihr passiert wäre, wenn sie gerade in ihrem Bett geschlafen hätte.“

Am Tag darauf, an Heiligabend, habe die junge Mutter versucht, den Bauverein zu erreichen, um die Mängel anzuzeigen, berichtet sie. „Doch da bin ich immer nur in der Warteschleife gelandet. Und ab mittags war natürlich keiner mehr erreichbar.“

Ein lauter Knall

Nach den Weihnachtsfeiertagen und dem folgenden Wochenende sei sie am 29. Dezember daher persönlich zum Bauverein gefahren. „Die Mitarbeiterin war selbst erschrocken, denn ich habe ihr ein Video von dem Schaden gezeigt“, sagt die Mieterin. Ihr sei zugesagt worden, dass sich der Bauverein kümmern wird. Das habe der Bauverein auch gesagt, als Bernhard Heller, ein Bekannter von Semanchew, am 7. Januar erneut telefonisch um Instandsetzung gebeten habe. Zusätzlich hat die Mutter den Schaden schriftlich gemeldet.

Doch auch am Freitag, wieder eine Woche später, liegt der Putz im Kinderzimmer. Für die junge Frau, die im Dezember aus Berlin nach Darmstadt gezogen ist, eine schwierige Situation: „Es herrscht solches Chaos. Ich wollte zuerst das Kinderzimmer fertig haben, dass Lidia dort sicher spielen kann, während ich die Wohnung einrichte. Jetzt stockt alles“, so die alleinerziehende Mutter.

Widersprüchliche Aussagen

„Der Bauverein ging bis heute davon aus, dass der Auftrag abgearbeitet wurde“, erklärte Bauverein-Pressesprecherin Maren Cornils gestern. Verzeichnet sei beim Vermietungsteam nur die Anzeige vom 29. Dezember. Eine Reparatur sei am 6. Januar beauftragt worden, „was angesichts der Feiertage und des darauffolgenden Wochenendes eine sehr schnelle Reaktion darstellt“, schreibt der Bauverein. Dass die Handwerker den Schaden bisher nicht behoben haben, erklärt der Bauverein damit, dass die Mieterin nicht erreichbar gewesen sei. Das dementiert die junge Mutter: „Bei mir hat sich keiner gemeldet. Wenn ich einen Anruf bekomme, rufe ich auf jeden Fall zurück.“

Verblüfft zeigt sich Cornils außerdem von dem Schaden selbst: „Frau Semanchew hat einen Putzschaden gemeldet. Von einem Absturz der Decke war seitens der Mieterin nicht die Rede.“ Bei Semanchew stößt das auf Unverständnis. Sie verweist auf das Video, dass sie der Mitarbeiterin des Bauvereins bei der ersten Meldung gezeigt hat. Am 19. Januar sollen Handwerker laut Cornils den Schaden beseitigen. (ers)

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