Darmstadt

Psychisch kranker Mann verurteilt

54-Jähriger wird zunächst in geschlossener Klinik untergebracht.

Nach dem gewaltsamen Tod seiner dementen Mutter ist der psychisch kranke Sohn am Mittwoch vom Landgericht Darmstadt zu sechs Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Die Kammer sprach ihn des Totschlags schuldig und entschied, dass der 54-Jährige zunächst unbefristet in einer geschlossenen, forensisch-psychiatrischen Klinik untergebracht wird. Der Mann hatte zum Prozessauftakt gestanden, die 76-Jährige getötet zu haben.

Der Anklage zufolge setzte der 54-Jährige im September 2018 seine Mutter in der Wohnung in Darmstadt in die Badewanne und warf einen Fön hinein. Die Schutzschaltung der Sicherung soll er zuvor überbrückt haben. Die Frau soll jedoch erst gestorben sein, nachdem er ihr ein stromführendes Kupferrohr auf die Haut gepresst hatte.

Er hatte dem psychiatrischen Gutachter erklärt, dass er sich nach der Tat selbst mit Strom in der Wanne töten wollte, es aber nicht geschafft habe. Laut Gutachter hatte der Mann Angst, dass ihm die Mutter weggenommen wird und er in ein Heim kommt. Er hatte stets bei ihr gewohnt und die Wohnung ab Mitte 20 so gut wie nie und erst in letzter Zeit vereinzelt verlassen. Die Staatsanwaltschaft hatte auf neun, die Verteidigung auf fünf Jahre Haft plädiert. Beide sprachen sich auch für die geschlossene Klinik aus. (dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare