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Ein Prosit auf den Frühling

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Auch auf dem Marktplatz freuen sich Biergartenbesucher über das schöne Wetter.
Auch auf dem Marktplatz freuen sich Biergartenbesucher über das schöne Wetter. © Claus Völker

Vivarium, Herrngarten und Orangerie sind beliebte Ziele am ersten sonnigen Tag: In Sandkästen werden Kuchen gebacken, Bänke sind von Sonnenanbetern besetzt, Jogger, Radler und Flaneure überall unterwegs.

Im Vivarium stehen die Familien Schlange. Drinnen, im Streichelzoo, tätscheln Kinder die Ziegen, aber auch vor den Affen und Eseln stehen Mütter und Väter mit ihrem Nachwuchs und staunen. Die Familien lassen sich im Bistro Eulenpick bedienen oder haben sich ihr Picknick selbst mitgebracht und belagern damit die Bänke im Park.

Im Orangeriegarten ist auf dem Spielplatz viel los: Immer wieder gibt ein Vater seinen Töchtern auf der Schaukel einen Schubs, im Sandkasten werden Kuchen gebacken. Paare, die ihre Mäntel überm Arm tragen, flanieren umher, Radler legen eine Pause ein und Walker stechen mit ihren Stöcken in den Kies. Andere freuen sich an den Stiefmütterchen-Rabatten. Eine Frau ruft begeistert: „Das erste Mal ohne Jacke!“

An der Mauer sind sämtliche Bänke von Sonnenanbetern besetzt. Auf der Sandsteintreppe sitzen Uschi und Ulrike. „Gestern bin ich noch mit dem Wintermantel unterwegs gewesen“, erzählt Uschi. Den Sonntag lassen beide ruhig angehen: „Das ist so ein Tag, an dem man mal die Verlangsamung leben kann.“ Ulrike wird noch in ihren Garten auf der Rosenhöhe gehen, „vielleicht was einsäen“, Uschi freut sich auf Nichtstun, „vielleicht Zeitung lesen auf meiner Dachterrasse“.

Picknick statt Wintermantel

Im Herrngarten bietet sich ein ähnliches Bild mit Radlern, Joggern und Flaneuren. Herbert und Kuki Schulte legen eine Pause ein. „Wir wohnen in der Hügelstraße, sind also nur einen Kilometer geradelt, und haben gesehen, dass das Café aufhat“, sagen sie. Schließlich solle man es beim ersten Mal nicht übertreiben, meint das Paar. Die Studenten Vincent und Verena aalen sich in der Wiese auf einer karierten Picknickdecke. Am Ententeich haben sie ihren Grill geparkt, daneben eine Tüte mit Würstchen, Fleisch, Brot und Getränken. „Wir warten noch auf Freunde, aber die haben gestern zu lange gefeiert.“ Später werde wohl noch richtig viel los sein im Herrngarten, mutmaßen sie. An Grill-Events mangele es nicht. Sarah aus Bristol besucht seit Februar ihren Freund in Darmstadt. Die Engländerin sitzt auf einer Bank und liest im Eheroman „Madame Bovary“ von Gustave Flaubert.

Um die Johann Heinrich Merck-Stele haben sich Studenten niedergelassen. Es gibt Mousse au chocolat, verschiedenen Dips, Baguette und Croissants zum Frühstück. Désirée ruht sich aus, nebenan balancieren Alex, Ines und Luisa auf einer Slackline und Philipp heizt den Grill an. Einen Steinwurf entfernt basteln vier Mornewegschülerinnen Kränze aus Gänseblümchen und hören Musik. Vor ihnen schmelzen die Schokoladentafeln, was die 16-Jährigen amüsiert.

Am ersten schönen Sonnentag, lässt freilich auch der erste Fahrradsturz nicht auf sich warten: Das Mädchen weint und ein Vater kommt gerannt. „Ich war zu schnell und bin über die Steine gefallen“, sagt die drei Jahre alte Amalia. Eine Familie kommt vorbei und beschließt, Richtung Innenstadt zu ziehen. Dort sind die Cafés auf dem Markt- und Luisenplatz bestens besucht, und im Garten von Venezia werden wieder große Eisbecher serviert. (eda.)

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