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Die Nord-Süd-Achse durchs Johannesviertel ist für den Durchgangsverkehr gesperrt.
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Die Nord-Süd-Achse durchs Johannesviertel ist für den Durchgangsverkehr gesperrt.

Altbauten Viktoriastraße

An Prachtbauten entlang

Nirgendwo sonst in Darmstadt gibt es so viel alte Bausubstanz wie in der Viktoriastraße. Sie ist eine der schönsten Straßen der Stadt, die nur einen Nachteil hat. Es fehlen kleine Läden.

Es ist die Straße mit vielen der prächtigsten Häuser in Darmstadt. Die Straße der Vorgärten und der schmiedeeisernen Balkongeländer. Zum Teil mit einem Pflaster, das an Wien erinnert. Und es ist definitiv eine der schönsten Straßen Darmstadts: die Viktoriastraße.

Seit sie vor 25, 30 Jahren für den Durchgangsverkehr gesperrt wurde, ist es auch die ruhigste Straße im Johannesviertel. Ein Kuriosum ist, dass die Viktoriastraße, benannt nach der gleichnamigen Prinzessin von Hessen, mit den Hausnummern 24 und 25 beginnt. Der frühere städtische Denkmalpfleger Nikolaus Heiss vermutet, dass damit noch Luft nach unten bleiben sollte, falls diese Süd-Nord-Achse durchs Johannesviertel bis zur Bismarckstraße verlängert worden wäre.

Anwohner lieben die Ruhe

1871, als mit der Bebauung begonnen wurde, war vieles möglich. Und so steht der spätklassizistische Klinkerbau der Goetheschule schräg gegenüber der Stadtvilla mit dem Neorenaissance-Dekor. Sie schließt sich an das Außengelände des Kinderhauses an, das den buntesten Zaun hat, weil die Staketen und ihre Spitzen teilweise überlackiert sind.

Der Aliceplatz ist einer von zwei Plätzen, die die Viktoriastraße auf ihren 730 Meter Länge durchbrechen. Seine Besonderheit, ebenso wie die des früheren Emilplatzes, der später in Viktoriaplatz umbenannt wurde: Er ist diagonal angelegt. Die Form wurde auch bei den Nachkriegsbauten erhalten, die den im Krieg zerstörten Häusern rund um die Raute nachfolgten. Für Ex-Denkmalpfleger Heiss ist die Viktoriastraße „die Wohnstraße mit der besten Aufenthaltsqualität“, wie er sagt.

Auf dem Abschnitt zwischen Alice- und Kahlertstraße stört nur eins den Anblick der vier- bis fünfgeschossigen Häuser mit den neobarocken, späthistorischen oder neoklassizistischen Elementen: Das Kochsche Haus, die Kindertagesstätte mit ihrem Flachdach. Aber auch bis hier flutet das Glockengeläut der Johanneskirche.

Bäcker eine feste Größe

Zwischen Kahlert- und Pallaswiesenstraße kommt gerade Freia Adams aus dem Haus, um ihren Hund spazieren zu führen. Die Qualität der Straße ist auch für sie vielgestaltig. „Die Ruhe, die alten Häuser, die Bäume und die verkehrsberuhigte Zone.“ Nur eines vermisst sie: „Schade, dass es keine kleinen Lädchen mehr gibt.“

Eine künstliche Bananenpflanze weist auf einen der Läden hin, die tatsächlich noch existieren. „Frisches Halal-Fleisch“, damit wirbt der Lebensmittelmarkt an der Südostecke der Kreuzung zur Pallaswiesenstraße. Vielleicht kann er sich länger halten. Seine Vorgänger konnten es nicht. Eine feste Größe ist dagegen der Bäcker schräg gegenüber, Laden Nummer zwei. Ab hier wird die Viktoriastraße sogar spektakulär. Grund ist zum einen die „außergewöhnliche Hausgruppe in der Formensprache der Neurenaissance“, die 1896 bis 1898 am Ostrand entstand, wie es die Denkmaltopographie der Stadt vermerkt. Die drei Häuser verfügen nämlich über „Vorbauten und Dachaufbauten in aufwendiger Holzarchitektur“. Und das gibt es so in Darmstadt kein zweites Mal.

Zum anderen schließt sich diesen Häusern die Burg an, die den Viktoriaplatz, zweite diagonale Erweiterung der Viktoriastraße, an der Südostseite begrenzt. Mit Wachtürmen rechts und links. Genau gegenüber findet sich der dritte und letzte Laden: Djadoo, ein orientalisches Restaurant.

Anwohnerin Britta kehrt gerade ihren Balkon. Lebensqualität machen für sie die alten Bäume und die zentrale Lage aus. Bevor an der Kasinostraße mit der Hausnummer 100 und einem kleinen Spielplätzchen alles endet, biegt rechts noch die Irenenstraße ab. Die heißt auch nach einer hessischen Prinzessin. Aber das ist eine andere Geschichte. (rwb.)

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