Darmstadt-Dieburg

Krötenzäune entlang der B 3

Auf der B 3 zwischen Eberstadt und Bickenbach haben ehrenamtliche Naturschützer einen Amphibienzaun zum Schutz der Kröten aufgestellt.

Bei milden Temperaturen und Regen haben sich in den vergangenen Tagen im gesamten Landkreis etliche Erdkröten auf den Weg zu ihren Laichplätzen gemacht. Viele sind auf der B 3 zwischen Eberstadt und Bickenbach überrollt worden, weil auf diesem Streckenabschnitt bislang noch kein Schutzzaun angebracht war.

„Ich habe mindestens 50 überfahrene Erdkröten gezählt“, beklagte Naturschützerin Christa Bauer. Sie war in der Nacht unterwegs nach Hause, als sie Tiere in Scharen auf der Straße umherhüpfen sah. Auf Höhe der Major-Karl-Plagge-Kaserne begann sie, die Tiere einzusammeln und auf die andere Straßenseite zu tragen. Dabei bekam die Krötenretterin sogar Unterstützung von der Polizei, die bei der Nachtaktion für die Sicherheit sorgte. „Ich hatte die Polizei gerufen, als ich sah, wie viele Tiere auf der Straße umherliefen“, berichtet sie. „Die Streife ist langsam hinter mir hergefahren und hat die Strecke beleuchtet. Ich konnte viele Kröten über die Straße tragen.“

Doch irgendwann überkam die Tierschützerin die Müdigkeit, und auch kalt wurde es gegen Morgen. „Ich konnte nicht alle kleinen Wanderer in Sicherheit bringen“, bedauerte sie. Dass kein Amphibienzaun entlang der Strecke angebracht war, verwunderte sie sehr.

Bisherige Helfer fallen aus

Wie die Untere Naturschutzbehörde des Kreises mitteilt, ist die Strecke für Krötenwanderungen bekannt und wurde seit mehr als zehn Jahren auch zuverlässig geschützt.

Die ehrenamtlichen Zaunbetreuer aus verschiedenen Umweltschutzorganisatoren fielen in diesem Jahr jedoch allesamt aus und hatten niemand gefunden, der sich darum kümmern konnte. Die Bitte um Unterstützung gaben sie an Brigitte Martin vom Nabu Hessen. Doch auch ihre Anfrage an die Landkreis-Verbände sei ohne Erfolg gewesen, wie sie berichtet.

Christa Bauer und einige Mitstreiter ergriffen kurzerhand die Initiative. Die Gruppe holte den Amphibienzaun von den verhinderten Tierschützern und stellte ihn am Fahrbahnrand auf. „Wenn sich wieder Betreuer finden, die die Kröten über die Straße tragen und sich um den Zaun kümmern, wird das natürlich, so weit möglich, von unserer Naturschutzbehörde unterstützt“, sagte Kreissprecher Frank Horneff. Schilder mit der Aufschrift „Vorsicht Krötenwanderung“ und eine Geschwindigkeitsbegrenzung von Tempo 50 weisen zusätzlich entlang der Strecke auf die Situation hin. (eis)

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