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Ruhiger, aber nicht weniger stimmungsvoll ging es an den Abenden im Burggraben zu: Musiker unterhielten die Besucher.

Darmstadt

Heinerfest bleibt friedlich

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Das Heinerfest in Darmstadt wird bisher friedlich unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen gefeiert.

Ausgesprochen zufrieden“ sei er mit dem bisherigen Verlauf des Heinerfestes, sagt Festpräsident Wolfgang Koehler am Sonntag. Seit Donnerstagabend wird in der Innenstadt das beliebte Fest gefeiert – in diesem Jahr unter nochmals erhöhten Sicherheitsbedingungen.

Da es am Wochenende des Schlossgrabenfestes vor wenigen Wochen zu Ausschreitungen im Herrngarten gegenüber der Polizei kam, wurde die Frage nach der Sicherheit bei Volksfesten wieder aktuell. Der Heimatverein Darmstädter Heiner, die Stadt und die Polizei veränderten daraufhin das Sicherheitskonzept: Im Herrngarten herrscht während des Festes ein Glasverbot und an den Eingängen kontrolliert ein Sicherheitsdienst. Ausgesprochen höflich, wie mehrere Besucher am Samstagabend gegenüber der FR bemerken. „Mir wurde noch viel Spaß auf dem Heinerfest gewünscht“, lobt ein Besucher. Ein anderer sagt, dass sich bei anderen Veranstaltung die Einlasskontrolle Darmstadt zum Vorbild nehmen solle.

Dass die Polizei ihre Präsenz auf dem Fest deutlich erhöht hast, fällt auf den ersten Blick nicht auf. Nur wer länger stehen bleibt, bemerkt, dass die Beamten in Dreiergruppen unterwegs sind. „Die ersten drei Tage verliefen absolut friedlich“, sagt Polizeisprecherin Kathy Rosenberger am Samstagabend. Gemeinsam mit der Stadtpolizei wurden im Herrngarten Besuchergruppen kontrolliert, Auffälligkeiten habe es keine gegeben. Eine Abschottung des Festes sei nicht geplant. „Wir wollen keinen hermetisch abgeriegelten Raum, das Heinerfest soll auch weiterhin ein Familienfest bleiben“, sagt die Polizeisprecherin.

Auch die „mobile Wache“ an der Kreuzung zwischen Schloss und „Krone“ habe sich wie in den Vorjahren bewährt, sagt Rosenberger. Geduldig werden hier die Fragen der Passanten beantwortet. Auch eine Gruppe junger Männer auf Junggesellenabschied, die den Beamten Schnapsfläschchen anbieten wollen, werden freundlich weiterkomplimentiert.

„Ein wunderbar friedliches Fest“, sagt Bernd Salm vom Darmstädter Schaustellerverband. „Ich sehe es wie der Oberbürgermeister: Von ein paar Chaoten lassen wir uns das Fest nicht kaputt machen“, sagt er mit Blick auf die Randalierer vor ein paar Wochen. Für die Schausteller und Beschicker gebe es erstmals gesonderte Einlasskontrollen, aber diese seien gut umgesetzt worden.

Lediglich die Hitze erweist sich als Problem am Wochenende. „Das Rote Kreuz musste sich um einige Menschen mit Kreislaufproblemen kümmern“, sagt Festpräsident Koehler. Ihn ärgert allerdings, dass der Herrngarten und die umliegenden Straßen morgens verdreckt sind. „Vor zehn Jahren haben die Leute noch ihren Müll mitgenommen, heute wird er auf die Straße und auf den Rasen geworfen“, sagt er.

Ansonsten aber zeige sich das Fest von seiner besten Seite: Mehrere hunderttausend Menschen sind an den Festtagen unterwegs, an den Fahrgeschäften herrscht Andrang. Daneben gibt es ruhigere Stellen wie das Weindorf im Schloss. Ein Hingucker ist das Straßentheater vor dem Darmstadtium. Straßenkünstler „Goma“ rollt schon mal einen kleinen roten Teppich aus, um Besucher anzulocken.

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