Gross-Gerau

Fünf Jahre für Drogenhandel

Das Landgericht Darmstadt verurteilt einen Wohnsitzlosen zu fünf Jahren Haft und einer Therapie. Der Mann hat mit Drogen gehandelt und soll auch an Minderjährige verkauft haben.

Das Landgericht Darmstadt hat einen 53 Jahre alten Mann aus dem Raum Groß-Gerau zu fünf Jahren Haft und einer Therapie verurteilt. Er hatte zwischen 2009 und 2014 mit Haschisch und Amphetamin gehandelt und die Drogen auch einer Minderjährigen verkauft.

Das Gericht hat für den 53 Jahre alten Mann, der lange Zeit obdachlos war, auch eine Drogentherapie in der Klinik für forensische Psychiatrie in Hadamar angeordnet. Aber die Therapie sei nicht einfach, sagte der Vorsitzende Richter Jens Aßling mit Blick auf die hohen Abbrecherquoten bei solchen Behandlungen.

Der Verurteilte hatte zwischen 2009 und 2014 mit insgesamt zehn Kilogramm Haschisch und sechs Kilogramm Amphetamin gehandelt. Auf die Spur war die Polizei dem Wohnsitzlosen gekommen, weil ihr Zeugen berichtet hatten, dass es einen Drogenhändler in einem Groß-Gerauer Männerwohnheim gebe. Dort hatte der Angeklagte deswegen auch schon einmal Hausverbot.

Mit dem Urteil blieb das Gericht etwas unter den fünfeinhalb Jahren, die Staatsanwältin Melanie Reuter gefordert hatte. Verteidiger Thomas Hohneck hatte kein konkretes Strafmaß genannt, er hatte nur auf „deutlich niedriger“ als fünfeinhalb Jahre plädiert. Die Geschäfte mit den Betäubungsmitteln seien in einem fest verankerten Freundeskreis abgelaufen, der Angeklagte habe keine neuen Süchtigen produziert.

Verkauf an Minderjährige

Dass sein Mandant auch einer damals 17-Jährigen Drogen verkauft hat, sah der Anwalt als nicht gesichert an. Staatsanwältin Melanie Reuter hatte allerdings an die zwei Zeugen erinnert, denen zufolge der Angeklagte wusste, dass die junge Frau zum Zeitpunkt des Handels minderjährig war. Dass dieser Anklagepunkt so besonders betrachtet wurde, liegt daran, dass es ein eigener Straftatbestand ist, wenn eine Person über 21 Jahre Betäubungsmittel an eine Person unter 18 Jahren abgibt.

In seinem Urteil ging das Gericht davon aus, dass der Angeklagte etwa alle zwei Monate 700 Gramm Haschisch und Amphetamin gekauft, teilweise selbst konsumiert und weiterverkauft hat. „Sie haben die Drogen verkauft, um Ihren eigenen Konsum finanzieren zu können“, stellte Richter Aßling fest. „Sie sind jetzt aber auch nicht der, der den Drogenhandel im großen Stil in Groß-Gerau beherrscht hat.“ Zwar habe der Angeklagte im Monat Drogen im Wert zwischen 2500 und 3500 Euro umgesetzt, aber nur zwischen 150 und 250 Euro Gewinn gemacht. Die Therapie in Hadamar sei eine Chance, aus seinem bisherigen Kreislauf auszubrechen, sagte der Richter zum Angeklagten. (mawi)

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