Darmstadt

Bus und Bahn kontra Fußgänger

Die Stadt mahnt zur gegenseitigen Rücksichtnahme auf dem Luisenplatz. Die Fußgängerzone darf „ausnahmsweise zugelassener Verkehr“ in Schrittgeschwindigkeit nutzen: Radfahrer, Lieferverkehr, Taxen, Busse, Straßenbahnen.

Am Dienstag vergangener Woche war es auf dem Luisenplatz zu einem Beinahe-Unfall zwischen Fußgängern und einem Bus gekommen. Eine Mutter war mit ihren Kindern vor dem Merckhaus über die Straßenbahnschienen gelaufen, ein herannahender Bus legte eine Vollbremsung hin, eine Frau im Bus verletzte sich dadurch leicht am Kopf. Der Luisenplatz liegt aber in der Fußgängerzone. Müssten da nicht Busse und Bahnen genauso wie Radfahrer Rücksicht auf die Fußgänger nehmen?

Der Luisenplatz ist Fußgängerzone, bestätigt Daniel Klose von der Pressestelle der Stadt, die aber „ausnahmsweise zugelassener Verkehr“ ebenfalls in Schrittgeschwindigkeit nutzen dürfe: Radfahrer, Lieferverkehr, Taxen, Busse, Straßenbahnen.

Kein Haltezwang für Busse

Mit Schrittgeschwindigkeit sind Daniel Klose zufolge bis zu 20 Stundenkilometer gemeint, dazu gebe es entsprechende Gerichtsurteile, sagte er. Und es gebe, anders als etwa an Zebrastreifen, für den Öffentlichen Nahverkehr keinen Haltezwang.

Daraus wiederum ergibt sich: „Der Busfahrer muss gucken und der Fußgänger darf auch nicht einfach drüberrennen.“ Wenn es also wie in der vergangenen Woche zu einem Beinahe-Unfall komme, müsse individuell geschaut werden, ob einer der Verkehrsteilnehmer etwas versäumt hat. Wer als „ausnahmsweise zugelassener Verkehr“ das Recht zugesprochen bekommt, die Fußgängerzone ebenfalls zu nutzen, lege die städtische Straßenverkehrsbehörde fest gemeinsam mit dem Ordnungsamt und der Polizei, sagte der stellvertretende Stadtsprecher.

Allerdings würden auf dem verkehrsreichen Luisenplatz im Vergleich zum restlichen Stadtgebiet nur sehr wenige Unfälle registriert. (rwb)

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