Die Bauarbeiten für 14 Erstwohnhäuser für Flüchtlinge haben bereits begonnen.
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Die Bauarbeiten für 14 Erstwohnhäuser für Flüchtlinge haben bereits begonnen.

Darmstadt

Platz für fast tausend Flüchtlinge

An der Otto-Röhm-Straße entstehen 14 Häuser / Akdeniz: Bessere Unterbringung.

Die Stadt lässt von einer Baufirma in der Otto-Röhm-Straße 14 dreigeschossige sogenannte Laubenhäuser errichten und mietet sie für die Unterbringung asylsuchender Flüchtlinge an. Die Erstwohnhäuser bieten Platz für maximal 940 Menschen.

Die Zahl der Flüchtlinge, die in diesem Jahr nach Darmstadt kommen oder zugewiesen werden, ist nach jetzigem Stand kleiner als noch im Dezember 2015 gedacht. Laut damaliger Prognose waren 4000 Flüchtlinge zu erwarten. Im ersten Quartal kamen 600, fürs zweite sind 300 angekündigt, fürs Gesamtjahr rechnet die Stadt jetzt mit rund 1500 Flüchtlingen. Sie muss deshalb weiter Vorsorge für eine menschenwürdige Unterbringung von Flüchtlingen treffen.

Stadt mietet Gebäude für zehn Jahre an

Deshalb entstehen zwischen Otto-Röhm-Straße und Sensfelderweg südlich des Bauhaus-Drive-In-Markts nach dem Konzept „Schnelles Bauen“ 14 Betonhäuser, die die Eigentümer der Grundstücke, die Firmen Dreßler und Heil, bis Dezember errichten. Die Stadt mietet sie für zehn Jahre an. Das ist die maximale Dauer, die nach einer Lockerung des Baurechts möglich ist. Demnach können ausnahmsweise auch in einem Gewerbegebiet Unterkünfte für Flüchtlinge errichtet werden. Spätestens nach zehn Jahren müssen sie aber wieder abgerissen werden. Diese Kosten sind bereits im Mietpreis enthalten.

Die Magistratsvorlage nennt einmalige Kosten von bis zu 1,4 Millionen Euro und jährliche Folgekosten von rund einer Million pro Jahr. Das sei eine günstigere Lösung als in anderen Unterkünften, sagt Sozialdezernentin Barbara Akdeniz.

Die dreistöckigen Gebäude bieten pro Geschoss in drei 86,50 Quadratmeter großen Wohneinheiten Platz für je acht sogenannte Kontingentflüchtlinge. Das sind Asylsuchende, über deren Antrag noch nicht entschieden wurde. Die Wohnungen weisen vier Schlafräume, eine Sanitärzelle und einen Aufenthaltsraum mit Küchenzeile auf. Die Häuser weisen nach den Worten von Akdeniz eine bessere Qualität auf als Holzhäuser oder Container.

Drei Gebäude werden einen anderen Schnitt haben. In zwei Häusern gibt es in einer der drei Erdgeschosswohnungen keine Küchenzeile, aber einen großen Aufenthaltsraum. Gedacht sind sie für Sicherheitsdienste, Hausmeister und Sozialdienste. In einem weiteren Haus werden die drei Erdgeschoss-Wohneinheiten barrierefrei eingerichtet mit breiteren Türrahmen und einem Bad; dafür entfällt einer der Schlafräume.

Maximal kann die kleine Siedlung mit 940 Flüchtlingen belegt werden. Die Wohnungen sollen aber, so betont Akdeniz, flexibel vergeben werden mit Rücksicht auf Familien und Gruppen oder unterschiedliche Ethnien, sodass die mögliche Belegung nicht ausgereizt werden soll.

„Neben der Schaffung von Wohnraum ist es unsere vordringlichste Aufgabe, die asylsuchenden Menschen willkommen zu heißen und sie an den vielfältigen Leistungen unserer Gesellschaft teilhaben zu lassen“, betont die Sozialdezernentin. Deshalb gebe es dort auch, wie bei allen Erstwohnhäusern, eine sozialpädagogische Betreuung. Wichtig sei, den Menschen eine größtmögliche Selbstbestimmung und Selbstständigkeit zu ermöglichen.

Da die neue Siedlung in der Nähe des Johannesviertels noch relativ zentral liege, gebe es das Ziel, auch hier ehrenamtliche Helfer in die Betreuung einzubinden.

Die 14 Häuser werden neben der Jefferson-Siedlung die zweite große Unterkunft für Kontingentflüchtlinge sein. Kleinere Unterbringungsmöglichkeiten bestehen im Schiebelhuthweg im ehemaligen Seniorenhaus der Mission Leben und in den Schulcontainern am Donnersbergring. (ryp)

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