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Plädoyer für bezahlbare Stehplätze

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Fanbündnis hat eigene Pläne zum Stadion am Böllenfalltor vorgestellt.

Das „Fanbündnis Bölle“, ein Zusammenschluss von mehreren Fangruppen, hat in den vergangenen anderthalb Jahren ein Konzept zum Neubau der Spielstätte des SV98 entwickelt. Der Fokus lag dabei neben der Wirtschaftlichkeit des Umbaus auch auf der Stimmung und dem Erhalt der Tradition im Stadion.

Als „grundlegende Anforderungen“ formulierte das Bündnis eine für alle Zuschauer gute Sicht auf das Spielfeld und einen – anders als im aktuellen Stadion – ausreichenden Schutz vor der Witterung. Auch soll es mehr Plätze für körperlich eingeschränkte Personen geben und verstärkt auf den Schutz der Anwohner geachtet werden.

Es sei klar, dass für die Wirtschaftlichkeit des Stadions Logen und Businessplätze geschaffen werden müssten, hieß es bei der Vorstellung im Foyer der Bessunger Knabenschule. Rund 800 Komfortsitze auf der Haupttribüne sieht dieses Konzept vor. „Wir wollen die Fans mit ins Boot holen“, sagte Nico Würtz vom Fanbündnis. Daher seien bezahlbare Stehplätze für den Erhalt der Fankultur in Darmstadt auch im neuen Stadion ein unverzichtbarer Bestandteil.

Der Entwurf, der eine baugleiche Aufteilung der beiden Hintertor-Tribünen sowie der Gegengerade in Sitzplätze im oberen Teil und Stehplätze in den unteren Rängen vorsieht, sei eine „Kompromisslösung“, sagte Kerstin Lau. Außerdem sollen ein niedriges Dach sowie geschlossene Ecken ohne Zuschauertribünen für einen effektiveren Lärmschutz nach außen und eine bessere Akustik im Inneren sorgen: wie die drei baugleichen Tribünen ein Alleinstellungsmerkmal für das neue Böllenfalltorstadion. Würden die Ecken mit Zuschauertribünen ausgebaut, bedeutete dies eine niedrigere Bauweise und ein dadurch minimiertes Stehplatzkontingent.

Band an Stehplätzen

Da der Erhalt der Gegengerade nicht möglich sei, setzt sich das Bündnis für ein „umlaufendes Band an Stehplätzen“ ein. Ihre bislang große Anzahl habe eine „heterogene Fanszene“ entstehen lassen: Sie und die Atmosphäre im Stadion seien „wesentliche Bestandteile des SV 98“. In den Planungen der Stadt ist eine Kapazität von 18 098 Zuschauern vorgesehen.

Möglich sind maximal 19 500 Zuschauer. Das „Fanbündnis Bölle“ wünscht sich, dass diese Kapazität voll ausgeschöpft wird. Sollte es dazu kommen, sollen 500 zusätzliche Plätze in die Stehtribünen integriert werden – den Rest teilen sich Steh- und Sitzplätze.

Die Gästefans sollen ihren Block auf der Nordtribüne erhalten. „Bei uns werden die Gäste nicht in die Ecke abgeschoben“. Außerdem hätten so auch die Anhänger des Gastvereins eine uneingeschränkte Sicht auf das Geschehen auf dem Rasen, betonte Kerstin Lau. Der „Kampf für gegenseitige Interessen“ sei „einmalig“, stellte ein Fanvertreter fest. (eda)

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