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Pfungstädter Brauerei: Initiative kämpft per Flaschenpost um Erhalt

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Von: Annette Schlegl

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Eine Bürgerinitiative aus Pfungstadt verschickt eine „Message in a bottle“. Wie eine Flaschenpost den Erhalt einer Traditionsbrauerei sichern könnte.

Pfungstadt – Die Pfungstädter Bürgerinitiative (BI) „Brauen statt bauen“ kämpft mit ungewöhnlichen Mitteln für den Erhalt der Pfungstädter Brauerei: Sie hat eine Flaschenpost an den Mannheimer Investor Hopp Family Office geschickt, der auf dem Brauereigelände in der Innenstadt Wohnungen bauen will, wenn der Pachtvertrag der Traditionsbrauerei im Jahr 2023 ausläuft.

Seit 1831 wird in Pfungstadt Bier gebraut. In einer Pfungstädter Bierflasche steckte ein gerolltes Schreiben, in dem die Beweggründe für die BI-Gründung und den Einsatz für den Erhalt der Brauerei genannt sind. „Die wichtigste Botschaft ist der Wunsch nach einem Gespräch gemeinsam mit der Geschäftsleitung der Pfungstädter Brauerei, gerne unter Leitung eines Mediators“, so das BI-Sprecher-Duo Reinhard Ahlheim und Tanja Hegemann.

Pfungstädter Brauerei: Investor will Gelände als Bauland nutzen

Der „Message in a bottle“ war auch eine gefüllte Flasche Pfungstädter Edel-Pils als Produktprobe für den Investor beigelegt. Wie parallel in Frankfurt im Zuge einer potenziellen Schließung der Binding-Brauerei, ist die Sehnsucht auch in Südhessen groß, eine Traditionsbrauerei zu erhalten. Die BI will erreichen, dass der Investor seine Bebauungspläne „Pfungstädter Stadtgärten – Alte Brauerei“ zurückzieht oder auf ein anderes Gelände ausweicht – zum Beispiel auf das nahe gelegene Baugebiet Grüner Weg.

Pfungstädter Brauerei.
Pfungstädter Brauerei: Die Bürgerinitiative „Brauen statt bauen“ kämpft per Flaschenpost um den Erhalt der Traditionsbrauerei. (Symbolbild) © Arne Dedert/dpa

Pfungstädter Brauerei: Bürgermeister fordert „frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit“

Sie hatte im Juli ein Bürgerbegehren initiiert, bei dem innerhalb von sechs Wochen 4606 Menschen unterschrieben. Gerade einmal halb so viel waren nötig, um einen Bürgerentscheid zu beantragen. Allerdings kam das Bürgerbegehren möglicherweise zu spät, weil die achtwöchige Frist nach der Veröffentlichung des bereits am 9. Mai beschlossenen Aufstellungsbeschlusses nicht eingehalten wurde. Die Rechtmäßigkeit des Begehrens wird aktuell geprüft.

Es sei nun an der Zeit, Gespräche zu führen, erklären die fünf BI-Gründungsmitglieder. „Wir haben schon die ersten Einladungen von politischen Vertretern erhalten und freuen uns auf weitere Gesprächsangebote“, sagte Tanja Hegemann. Die Stadt hat eine Öffentlichkeitsbeteiligung zum Bebauungsplan angeboten. Die BI hat dies zum Anlass für eine Veranstaltung genommen, bei der alle Fragen rund um die Formulierung der Stellungnahmen direkt beantwortet werden.

Sie findet am Mittwoch, 19. Oktober, um 17.30 Uhr im historischen Schalander der Brauerei statt. Bürgermeister Patrick Koch (SPD) hat sein Kommen zugesagt, „weil ihm eine frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit wichtig ist“, so die BI in einer Mitteilung. Formulare bekommen Interessierte direkt vor Ort. Die Abgabe der Einwendungen muss bis 31. Oktober erfolgen. (ann)

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