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Pfungstadt will keine Querspange

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Pfungstadts Erster Stadtrat Harald Polster (SPD) ist empört über die ICE-Pläne. Er fürchtet, die Lebensqualität in der Stadt könnte nach deren Realisierung leiden.

Im neu konstituierten ICE-Sonderausschuss hat Pfungstadts Erster Stadtrat Harald Polster (SPD) die Ergebnisse der vom Bund in Auftrag gegebenen Korridorstudie zur geplanten ICE-Neubautrasse skizziert. Darin werden vier Möglichkeiten zur Verknüpfung der bestehenden Strecken mit der Neubautrasse genannt: Neben Spangen bei Weiterstadt und Klein-Gerau gibt es demnach die Option einer Südanbindung des Darmstädter Hauptbahnhofs sowie die einer Querspange am südlichen Stadtrand von Pfungstadt.

„Diese Spange ist bisher nicht untersucht worden“, empörte sich Polster. Dabei sei aufgrund vorangegangener Gutachten klar, dass der Raum südlich Darmstadts aus Umweltschutzgründen nicht gequert werden könne. CDU-Fraktionschef Jochen Kockegei fasste zusammen: „Wir werden so zu Bahninsulanern: Im Norden die B 426, im Osten die Main-Neckar-Bahn, im Westen die Neubautrasse und im Süden die Querspange.“ Darunter würde die Lebensqualität in der Stadt leiden.

Laut Polster will sich der Kreistag im Februar mit dem Thema befassen. Bis zur nächsten Sitzung des Sonderausschusses im Januar sollen sich die Fraktionen mit der Studie vertraut machen. „Wir haben eine Informationspflicht“, sagte er.

Nach Angaben Polsters bedeutet die Anbindung Darmstadts Mehrkosten von 200 Millionen Euro für das Projekt. Tatsächlich wird in einem Zwischenfazit der Korridorstudie die Anbindung des Hauptbahnhofs an den Fernverkehr als gesamtwirtschaftlich „nicht vorteilhaft“ beurteilt. Eine Option stellt laut Korridorstudie die Querspange bei Pfungstadt dar, die auch für den Güterverkehr vorteilhaft sei.

Darmstadt-Dieburgs Landrat Klaus Peter Schellhaas (SPD) hatte vor der Sitzung gemahnt, die Diskussion würde „vor der Zeit geführt“. Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) dagegen hatte die Querspange bei Pfungstadt bereits als einvernehmliche Position von Stadt und Kreis dargestellt. (det)

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