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Was das Pferdeherz begehrt

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Grauschimmel Bernstein scheint die neue Waschbox in Kranichstein zu gefallen.
Grauschimmel Bernstein scheint die neue Waschbox in Kranichstein zu gefallen. © Andr Hirtz

Der teilweise unter Denkmalschutz stehende Kranichsteiner Reiterhof ist zu einem großen Teil saniert. Im Juli werden dort die Hessischen Meisterschaften in Dressur und Springen abgehalten.

Pony Bernstein mustert skeptisch die ungewohnte Umgebung. Zum ersten Mal wird es in die neue Waschbox in einem frisch gestrichenen und umgebauten Trakt der Stallungen geführt. Besitzerin Lara Anthes muss schon Überzeugungsarbeit leisten, damit sich der Braunschimmel in die Nähe von Schlauch und Wasser wagt, doch mit Geduld und gutem Zureden lässt sich Bernstein schließlich brav die Beine abspritzen.

„Wir sind dabei, Schritt für Schritt die gesamten Stallungen zu sanieren“, sagt Nico Troiano, Geschäftsleitungsmitglied der Kranichsteiner Hof GmbH. Vor gut zwei Jahren hat die Gesellschaft die teilweise unter Denkmalschutz stehende Anlage als Pächterin übernommen. Seitdem hat sich viel verändert.

Rund die Hälfte sei mittlerweile geschafft, sagt Troiano. Im kürzlich renovierten Stallbereich gibt es neben dem Waschplatz ein Solarium, im Hof steht ein neues Laufband für ergänzendes Training der Pferde bereit. Auch eine überdachte Führanlage sei bestellt, sagt Troiano.

Während Bernstein seine Dusche erhält, werden in der Stallgasse gegenüber die Pferde für eine Kinderreitstunde gesattelt. An diesem Nachmittag kommen Feuerstein und Chailin zum Einsatz. „Wir haben jetzt sechs Schulpferde, zwei wurden neu angeschafft“, sagt Stefanie Sangl, die neben Lisa Huschens und Katharina Franke auf der Anlage als Reitlehrerin arbeitet. Der Schulbetrieb mit Unterricht für Reiter, die kein eigenes Pferd besitzen, ist ein Standbein des Kranichsteiner Hofes. „Drei Vereine haben hier ihren Stützpunkt“, erläutert Troiano.

Ein Rundgang über die Anlage, die Platz für 120 Pferde bietet, führt durch ein parkähnliches Gelände, in das Dressurviereck und Springplatz eingebettet sind. Im Jahr 2013 wurde das Areal gärtnerisch mit Hecken, Beeten und Rasen gestaltet. Bei Reitsportveranstaltungen sorgt die Lage am Waldrand für eine idyllische Kulisse.

Turniere nehmen im Konzept des Betriebes einen hohen Stellenwert ein. In diesem Jahr wurden bereits zwei „Late-Entry“-Hallenturniere und das „Frühjahrs-Opening“ mit Wettbewerben bis zur Klasse M auf der Anlage ausgetragen.

Sommerfestival im August

Im Juli stehen die Hessischen Meisterschaften in Dressur und Springen auf dem Programm, im August das zweite „Kranichsteiner Sommerfestival“, ein Turnier mit internationaler Beteiligung und Prüfungen der Klasse S. „20 Nationen gehen an den Start“, sagt Troiano stolz. Für die Organisatoren bedeutet die Beherbergung der menschlichen und tierischen Teilnehmer eine Herausforderung. Für das Sommerfestival rechnen die Organisatoren mit rund 700 Pferden, die über Nacht auf der Anlage untergebracht werden müssen.

Für die Reiter und ihre Teams habe man bereits vorausschauend Hotelzimmer reserviert, für die wertvollen Pferde werden extra Stallzelte gemietet. Um genug Raum für die Aufstellung der Stallzelte zu schaffen, wird zurzeit eine Fläche, die bereits als Hängerparkplatz diente, begradigt und mit technischen Anschlüssen ausgestattet. „Sicherheit ist ein wichtiges Thema“, betont Nico Troiano.

Das große „Sommerfestival“ bedeute „Werbung für ganz Darmstadt“ und soll auch Besucher anziehen, die nicht zur Reiterszene gehören. Auch Holger Grimm, der neue Wirt der „Reiterschänke“, setzt nicht nur auf Reiter, sondern auch auf Gäste von außerhalb. In der „kernsanierten“ Gaststätte mit Biergarten sei „so ziemlich alles neu“, sagt der Geschäftsführer der Kranichsteiner Hof Gastro KG. (eda)

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