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Parken wird teurer

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Eine Dreiviertelstunde kostet 1,50 Euro – ab drei Stunden Parkdauer aber 1,70 Euro.
Eine Dreiviertelstunde kostet 1,50 Euro – ab drei Stunden Parkdauer aber 1,70 Euro. © Roman Grösser

Der Betreiber der meisten Parkhäuser in der Innenstadt hat ohne Vorwarnung die Preise erhöht - und macht sich damit keine Freunde.

Die Erhöhung erfolgte ohne Ankündigung: Autofahrer müssen in den meisten Parkhäusern in der Darmstädter Innenstadt wieder mehr zahlen. Die Betreiberfirma Q-Park hat die Preise erhöht. Wer länger als drei Stunden seinen Wagen abstellt, muss für jede weitere Dreiviertelstunde 1,70 Euro zahlen – 20 Cent mehr als zuvor. Für die ersten drei Stunden bleiben die Preise gleich: 1,50 Euro für 45 Minuten. Die Betreiber der anderen Parkhäuser in der City haben die Gebühren beibehalten.

„Der Tarif wurde den wirtschaftlichen Gegebenheiten angepasst“, lautet die Begründung von Q-Park-Sprecherin Peggy Lange. Mehr wollte sie zu der Preiserhöhung nicht sagen.

Darmstadts Einzelhändler reagieren überrascht. „Davon habe ich nichts gewusst“, sagt Stefan Walter. Der Geschäftsführer des Sanitätshauses Kattler in der Rheinstraße bezeichnet die Erhöhung zwar als „minimal“, doch ist ihm auch bewusst, dass jede Tariferhöhung „eine Schwächung der Geschäfte“ bedeutet: „Die Parkgebühren sind ein sensibles Thema.“

Das wurde vor fast zwei Jahren deutlich. Damals – wenige Wochen bevor bei Weiterstadt der Einkaufsriese „Loop?5“ eröffnete – stellte Q-Park seinen Tariftakt um, was für die meisten Parker eine deutliche Gebührenerhöhung bedeutete. Statt 1,70 Euro pro Stunde kostet seither eine Dreiviertelstunde 1,50 Euro. Ein im Vergleich mit anderen Städten hoher Preis. Davon profitierten lediglich Kurzparker.

Es gab keine Absprache

Was Q-Park damals mit einer Optimierung der Tarife begründete, stieß bei Einzelhändlern auf Kritik. Gerade mit Blick auf die Konkurrenz in der Nachbarstadt wurde darin ein Wettbewerbsnachteil gesehen. Ganz so dramatisch will Luisencenter-Manager Axel Haug die neuerliche Erhöhung nicht bewerten. „Aber wir wollen ja auch mit dem Einkaufsvergnügen Stadt werben“, fügt er an. So sei es auch für City-Marketing, den Zusammenschluss der Einzelhändler, das Ziel, Kunden möglichst lange in der Stadt zu halten. „Ich hoffe, dass die Erhöhung keine große Rolle spielen wird“, erklärt er.

Fast schon mehr als über die Erhöhung ärgert sich Haug darüber, dass Q-Park im Vorfeld die Einzelhändler nicht informiert habe. „Wir brauchen da mehr Kommunikation“, fordert auch Sanitätshaus-Geschäftsführer Walter. Schließlich seien die Einzelhändler daran interessiert, dass die Parkhäuser genutzt werden.

Als einen Anreiz initiierte Walter vor wenigen Jahren deshalb die Aktion „Park Dich reich“. Dabei erhalten Kunden beim Einkauf in einer Reihe von Läden je nach Einkaufsbetrag 50 Cent, 1 Euro oder 1,50 Euro erstattet. Rund 100 Geschäfte machen mittlerweile mit.

Nach der neuerlichen Erhöhung erwartet City-Marketing von Vertretern der Stadt, dass sie Kontakt mit Q-Park aufnehmen, um über die Tarifpolitik zu sprechen. „Ich bezweifele aber, dass dies etwas bringt“, sagt Haug. Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne), gleichzeitig Wirtschaftsdezernent, war gestern zu einer Stellungnahme nicht zu erreichen.

Ohnehin setzt Center-Manager Haug auf das Engagement des Einzelhandels: „Wir müssen mit unserer Qualität und Vielfalt so gut sein, dass die Parkgebühren keine Rolle spielen.“ Denn, so räumt er ein, an der Tarifstruktur der Parkhäuser „können wir nichts ändern“. ( rf)

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