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Mit Park-and-Ride zum Spiel

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Die Anwohner des Stadions am Böllenfalltor wollen vor Lärm und Verkehr geschützt werden, der Arena-Betreiber will lukrative Sitz- und Businessplätze. Ein Masterplan soll das alles und noch mehr umsetzen.

Die Stadionplanung erweist sich als Suche nach Kompromissen. Der Betreiber der Arena will lukrative Sitz- und Businessplätze, die Fans wollen viele Stehplätze, um die Böllenfalltoratmosphäre zu erhalten. Anwohner wollen vor Lärm und Verkehr geschützt werden. „Kompromisse sind möglich“, sagte Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne). Der Masterplan, der das umsetzen soll, stellte Matthias Schöner vom Büro Albert Speer & Partner bei einer Bürgerinformationsveranstaltung vor.

Festgelegt ist bislang vor allem die Kapazität der Arena: Mindestens 18 098 und höchstens 19 350 Plätze soll das umgebaute Stadion haben. Alles andere bleibt offen. Ein Architekturwettbewerb wird folgen. Die Fans fordern derweil, dass Nord-, Süd- und Gegentribüne baugleich errichtet werden: unten Steh-, oben Sitzplätze.

Ausgeschlossen erscheint diese Lösung nach dem Masterplan jedenfalls nicht. Schöner zeigte verschiedene Varianten: Einen rundum geschlossenen Baukörper oder vier separate Tribünen sind denkbar. Der Gästeblock könnte im Nordosten und der der Heimfans im Süden sein. Andere Konzeptvorschläge, die zusammen mit einer Projektgruppe unter anderem mit Vertretern städtischer Ämter, Fans, TU und Polizei erarbeitet wurden, sehen auch andere Verteilungen vor.

Der Aufbau der Haupttribüne ist indes klar strukturiert. Auf der ersten Ebene ist ein 1620 Quadratmeter großer Businessbereich vorgesehen, auch eine Bar und Raum für Veranstaltungen. Ein Stockwerk höher ist auf 810 Quadratmetern Platz für Logen. Im Gebäudekomplex der Haupttribüne sind zudem die Räume für die Mannschaften und für die Polizei sowie Büros eingeplant.

Ohne Auto zum Spiel

Auch die Verkehrsplanung läuft. Neben dem Anwohnerschutz für das Steinbergviertel wird darin auch die Anreise der Fans geregelt. Die Heim-Fans sollen ihre Autos auf bis zu 3000 Park-and-Ride-Plätzen abstellen können und mit Bussen zum Stadion gebracht werden. Standorte sind am Steinbruchtheater im Süden, am Bürgerpark Nord sowie am Technologiezentrum im Westen. Hinzu kommen die Parkhäuser in der City. Aus Sicht von Verkehrsplaner Peter Sturm sind „die Ausgangsbedingungen günstig“. So kämen drei Viertel der Heimfans aus Darmstadt und Darmstadt-Dieburg, von denen mehr als die Hälfte ohne Autos zum Spiel gelangen.

Für Gäste-Fans stehen Parkplätze auf dem TU-Campus bereit, für Busse gibt es einen Extra-Parkplatz. Nach Angaben Sturms lässt sich dieses Konzept auch vor dem Stadionumbau umsetzen.

Den Rahmen für die Planungen des künftigen Sportparks am Böllenfalltor gibt der Entwurf des Bebauungsplans. In der ersten Hälfte des nächsten Jahres soll die Stadtverordnetenversammlung die Bausatzung beschließen. (rf)

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