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Unter dem Motto "Trans-Pride - Du bestimmst nicht mein Geschlecht" zogen rund 2000 Teilnehmer durch die Innenstadt
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Unter dem Motto "Trans-Pride - Du bestimmst nicht mein Geschlecht" zogen rund 2000 Teilnehmer durch die Innenstadt

CSD in Darmstadt

Parade gegen Ausgrenzung

  • VonFrank Sommer
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Rund 2000 Besucher demonstrieren beim Christopher Street Day.

Bunte Party oder politische Demonstration? Beim Christopher Street Day (CSD) vermischt sich traditionell beides. Unter dem Motto „Trans-Pride - Du bestimmst nicht mein Geschlecht“ sind am Samstag rund 2000 Teilnehmer des CSD durch die Innenstadt gezogen.

Auffallend jung präsentierte sich der CSD, viele Schüler und Studenten nahmen daran teil. „Unsere Schule ist eben ziemlich queer“, sagt eine Teilnehmerin mit glitzerndem Regenbogen-Tattoo auf der Wange, „da laufen viele mit, um für Toleranz zu demonstrieren.“ Ein wenig fehlte es an den fantasievollen Kostümen, die sonst beim CSD zu sehen sind, Dragqueens etwa waren leicht an einer Hand abzählbar. Dafür dominierte die Regenbogenfahne als Umhang oder Aufkleber auf Armen und Beinen. Auch Demoschilder wurden größtenteils nur bei der Kundgebung vor der „Krone“ verteilt, der Umzug präsentierte sich ansonsten als Partyparade mit lauter Musik.

Dem Anliegen aber, dem Werbung um Akzeptanz für Transmenschen, tat das keinen Abbruch. Eindringlich warb Kerstin Weisse vom Arbeitskreis „Kim und Alex“ des ausrichtenden Vereins Vielbunt für die geschlechtliche Selbstbestimmung. „Noch viel zu oft gibt es von der Umwelt Bemerkungen wie ‚ Ihr Kind kann kein Mädchen sein, es klettert ja auf Bäume‘ oder es werden Therapien per Zwang angeordnet“, sagte Weisse. Dass bald neben „männlich“ und „weiblich“ auch „divers“ eine Option beim Eintrag ins Geburtenregister sein kann, sei nur ein Anfang. „Medizin, Verwaltungen und Gerichte sind längst noch nicht darauf eingestellt, es ist noch ein langer Weg, bis Gleichstellung erreicht ist“, sagte sie.

Wie weit der Weg auch innerhalb der queeren Gemeinschaft ist, zeigte auch, dass einige schwule Männer im Vorfeld ihre Teilnahme abgesagt hatten. „Sie könnten sich nicht mit dem diesjährigen Trans-Motto identifizieren“, sagte Vielbunt-Vorsitzender Stefan Kräh und machte unmissverständlich klar, dass er dafür kein Verständnis habe. „Es waren nicht nur Schwule, die sich im Jahr 1969 in der Christopher Street gegen Polizeigewalt gewehrt haben, es standen auch Transleute in der ersten Reihe“, rief Kräh unter Applaus der Demoteilnehmer. Beim CSD gehe es darum, Solidarität mit der queeren Gemeinschaft auszudrücken, „nicht nur mit den Mittelklasse-Homosexuellen“. Dies gelte umso mehr, da „rechte Parteien uns als Kriminelle oder Perverse diffamieren“, sagte er und forderte die Teilnehmer auf, klare Kante gegen Rechts zu zeigen.

Die teilnehmenden Gruppen waren auch in diesem Jahr bunt gemischt. So war die Evangelische Jugend des Dekanats Darmstadt mit einem eigenen Motto-Wagen vertreten oder Unterstützer verschiedener anderer CSD-Demos kamen nach Darmstadt. Darunter auch eine Hanauer Gruppe, die sich zum Ziel gesetzt hat, 2019 dort einen eigenen CSD auszurichten. Ein ehrgeiziges Ziel, an dem die Organisation seit zwei Jahren planen.

Mit dem Verlauf des diesjährigen CSD zeigte sich Vielbunt zufrieden. „Wir haben wieder gut 2000 Besucher und gerade durch unser Motto wissen Transpersonen, dass es auch ihr CSD ist“, sagt Kräh. Wie in den Vorjahren unterstützten die Organisatoren anderer CSDs die Darmstädter, etwa beim anschließenden auf dem Riegerplatz. Der war am Samstag zeitweise so voll, dass die Helfer an den Getränkeständen alle Hände voll zu tun hatten.

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